Insolvenz

Berliner Schuhkette Leiser will alle Filialen erhalten

Leiser und Schuhhof wollen keine Filialen schließen. Mit Krediten in Höhe von 15 Millionen Euro können sie den Betrieb aufrechterhalten.

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Die Mitarbeiter der insolventen Berliner Schuhhandelskette Leiser schöpfen immer mehr Hoffnung. Laut Aussage des Chefs der Bahner Gruppe – zu der Leiser und auch die Schwesterfirma Schuhhof gehören – sind keine Filialschließungen geplant. „Wir werden ausnahmslos versuchen, jede Filiale zu erhalten“, sagte Bahner-Geschäftsführer Steffen Liebich.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Betrieb der beiden Ketten mithilfe von Übergangskrediten in Höhe von 15 Millionen Euro während des Insolvenzplanverfahrens aufrechterhalten werden kann. Man habe sich mit Gläubigern und Lieferanten auf einen Kreditrahmen einigen können, der das operative Geschäft absichere, hieß es. Aller Wahrscheinlichkeit nach könne Bahner noch bis Ende Mai einen Sanierungsplan vorlegen.

„Wir dürfen unsere Ware verkaufen und mit dem Erlös neue Ware beziehen. Insofern verläuft unser Geschäft normal“, sagte Liebich jetzt der „Augsburger Allgemeinen“. Das Unternehmen, das Ende März Insolvenz angemeldet hatte, sei nicht zahlungsunfähig. Das Problem seien vielmehr Läden, die nicht mehr profitabel arbeiteten.

1891 in Berlin gegründet

In Berlin und Potsdam gibt es 21 Leiser-Läden und elf Schuhhof-Geschäfte mit etwa 400 Beschäftigten. Bundesweit haben beide Ketten nach eigenen Angaben rund 130 Filialen und etwa 1400 Mitarbeiter. Die Leiser Handelsgesellschaft mbH und die Schuhhof GmbH gehören zur Bahner-Gruppe in Augsburg. Das Traditionsunternehmen Leiser wurde 1891 von Hermann Leiser und Julius Klausner in Berlin gegründet und später an das Familienunternehmen Bahner verkauft.

Chef Liebich hofft auf eine schnelle Einigung mit den Gläubigern, um das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen. Investitionen in das Filialnetz und in die Ladenausstattungen sowie die Anschaffung eines neuen Kassensystems sollen die Firma fit für die Zukunft machen. Insbesondere mit den Investitionen in die Filialausstattungen soll der Auftritt des Unternehmens verbessert werden und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Bereits seit 2010 versucht die Bahner-Gruppe, mit Einsparungen in der Logistik und durch das Zusammenlegen der Einkaufsabteilungen von Schuhhof und Leiser seine Situation zu verbessern. Die fehlende „Binnenfinanzierungskraft“ benannte das Unternehmen als Hauptgrund für die Einleitung des Planinsolvenzverfahrens. Gespräche mit potenziellen Investoren, die mehr Liquidität verschaffen sollten, scheiterten zuletzt und führten zum Insolvenzplanverfahren.