Nach dem Aus für 85 Schlecker-Filialen in Berlin haben sich 265 Beschäftigte arbeitslos gemeldet. „Für sie ist die Arbeitsvermittlung bereits in vollem Gange“, sagte Christian Ramm, Geschäftsführungsmitglied der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, in Berlin am Mittwoch.
"Aus dem gesamten Berliner Einzelhandel sind uns derzeit 1169 offene Stellenangebote gemeldet und über die Innungen konnten wir zusätzliche Mitarbeitergesuche einwerben“, erklärte Ramm nach einem Treffen mit Vertretern den Kammern, des Einzelhandelsverbands, der Gewerkschaft Verdi und Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD).
Die insolvente Drogeriemarktkette hatte Ende März 85 Filialen in Berlin geschlossen. Rund 350 der etwa 760 der Beschäftigten erhielten die Kündigung. 101 Schlecker-Filialen bleiben erhalten.
Schlecker-Beschäftigte sollen Sanierungsbeitrag leisten
Zur Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker werden unterdessen nun die verbliebenen 13.500 Beschäftigte zur Kasse gebeten. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will nach bisherigen Informationen für einen befristeten Zeitraum einen Verzicht zum Beispiel auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld aushandeln. Zum Auftakt der neuen Gesprächsrunde nach dem Jobverlust von 11.000 Schlecker-Beschäftigten trafen sich Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi mit der Insolvenzverwaltung am Mittwoch in Kassel. Mit einem Ergebnis wird noch nicht gerechnet.
Ver.di will nach Angaben der Gewerkschaft Garantien durchsetzen, dass für den betreffenden Zeitraum betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Auch schlägt Ver.di eine Umwandlung der Mitarbeiter-Ansprüche in eine Kapitalbeteiligung am Unternehmen vor. Nach dem Scheitern einer Transferlösung erhielten rund 11.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen vergangene Woche ihre Kündigung.
Die Vorsitzende des Schlecker-Gesamtbetriebsrats, Christel Hoffmann, will vor allem, dass am Ende der Verhandlungen sichere Arbeitsplätze und eine gerechte Bezahlung herauskommen. „Gemeinsam mit der Gewerkschaft ist das unsere Hoffnung und unser Ziel“, sagte Hoffmann. Details zu einem möglichen Sanierungsbeitrag wollte sie nicht nennen.
Betriebsrat und Gewerkschaft hoffen auf neue Investoren, die der Belegschaft eine Perspektive für die Zukunft geben. „Es ist jetzt wichtig, dass die Kollegen draußen zur Ruhe kommen“, sagte Hoffmann. Sie verwies auch darauf, dass Schlecker sich bisher tariflich gebunden hatte. „Heute noch wird nach Tarif bezahlt.“
dpa/nbo

