Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat an die Bundesländer appelliert, den Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriekette Schlecker zu helfen. „Hier geht es nicht um die Rettung eines angeschlagenen Konzerns, sondern darum, die Mitarbeiterinnen nicht fallen zu lassen“, sagte von der Leyen "Morgenpost Online“.

„Die Kreditanstalt für Wiederaufbau beim Bund würde einen Kredit geben, wenn die Länder für diesen bürgen. Ich hoffe, dass jetzt alle Bundesländer Ihren Teil zur Lösung beisteuern, denn die Schlecker Filialen gibt es in allen Bundesländern und die von Entlassung bedrohten Mitarbeiterinnen brauchen eine neue Perspektive.“

Transfergesellschaften seien die beste Übergangslösung für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Mitarbeiterinnen, betonte von der Leyen. „Dort könnten die Frauen erst einmal aufgefangen, gezielt weiterqualifiziert und möglichst schnell an andere Arbeitgeber vermittelt werden.“

Mehr als 2000 Filialen der insolventen Drogeriekette Schlecker öffneten am Samstag zum letzten Mal ihre Türen. 11.000 von 25.000 Beschäftigten des Konzerns müssen in der kommenden Woche mit der Kündigung rechnen – wenn sich die Bundesländer nicht doch noch auf die Finanzierung von Transfergesellschaften einigen.

Besonders viele Filialen sollen in Nordrhein-Westfalen wegfallen, stark betroffen sind Bayern und das Schlecker-Stammland Baden-Württemberg. Hinzu kommt das Insolvenzverfahren bei der Schlecker-Tochter "IhrPlatz", wo rund 900 von 5350 Jobs bedroht sind.

Die Bundesländer liefern sich derzeit ein zähes Ringen um eine Transfergesellschaft für die vor der Entlassung stehenden Schlecker-Beschäftigten. Die Gewerkschaft Ver.di warnte vor einer „Katastrophe für die Beschäftigten“, wenn die Transfergesellschaft scheitern sollte.

Allerdings hatten sich vor allem Länder mit CDU- oder FDP-Regierungsbeteiligung in den vergangenen Tagen zurückhaltend gezeigt. Der Stuttgarter Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hatte sich zum Gesprächsauftakt am Donnerstag dennoch verhalten optimistisch geäußert.

Ringen um den KfW-Kredit

Bei den Verhandlungen geht es um einen Kredit der bundeseigenen Förderbank KfW in Höhe von 71 Millionen Euro, der für die Gründung der Transfergesellschaft nötig wäre. Der Bund will den Kredit nur freigeben, wenn die Länder dafür bürgen .

In einer Transfergesellschaft würden die Schlecker-Mitarbeiter bis zu einem Jahr lang rund 80 Prozent ihres Gehalts weiterbekommen und gleichzeitig für Bewerbungen geschult.

WON