Schuldenkrise

Italien fordert mehr Unterstützung von Deutschland

Deutschland müsse Italien noch stärker unter die Arme greifen, fordert Premier Monti. Andernfalls gebe es "einen machtvollen Rückschlag".

Foto: dpa

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat von Deutschland und anderen Euro-Zonen-Staaten mehr Unterstützung bei der Senkung seiner Refinanzierungskosten gefordert. Monti sagte der „Financial Times“, es sei im eigenen Interesse Deutschlands, dabei zu helfen, dass die Belastungen für sein Land und andere hochverschuldete Euro-Staaten bei der Schuldenfinanzierung niedriger ausfielen als derzeit.

Wie schon bei seinem Besuch in Deutschland vor wenigen Tagen verwies Monti auf die großen Belastungen, die seine Regierung den Italienern abfordere. „Wenn diese starke Bewegung in Richtung Disziplin und Stabilität nicht anerkannt wird , wird es einen machtvollen Rückschlag in den Ländern geben, denen enorme Anstrengungen auferlegt werden“, sagte Monti.

Das für Freitag in Rom geplante Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und dem italienischen Ministerpräsidenten zur Euro-Schuldenkrise wird offenbar verschoben. „Es ist wahrscheinlich, dass der Gipfel verschoben wird“, hieß es aus italienischen Regierungskreisen.

Grund sei „eine innenpolitische Verpflichtung“ Sarkozys. Das französische Präsidialamt bestätigte ohne Angabe von Details, dass das Treffen wegen „Terminproblemen“ verschoben werden könnte.

Die Bundesregierung bestätigte eine Verschiebung zunächst nicht. Sarkozy hatte das Dreier-Treffen am 6. Januar nach einem Treffen mit Monti in Paris angekündigt. Dabei wollten die Vertreter der drei wichtigsten Euro-Volkswirtschaften vor dem EU-Gipfel am 30. Januar das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Schuldenkrise besprechen. Ein ähnliches Treffen hatte es bereits am 24. November in Straßburg gegeben, nachdem Monti die Nachfolge des langjährigen italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi angetreten hatte.

Lesen Sie hier das große Interview mit Mario Monti in der "Welt".