Kauflust

Die deutsche Wirtschaft hofft auf den Konsum

Um auch 2012 gut durch die Krise zu kommen, müssen die Deutschen weiter kaufen. Aber wer mehr konsumieren soll, benötigt auch mehr Geld.

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Nach zwei starken Jahren wird sich die deutsche Wirtschaft 2012 mit einem deutlich bescheideneren Wachstum zufrieden geben müssen. Es spricht vieles dafür, dass sich das Land längst in einer – wenn auch milden – Rezession befindet.

Die Nettolöhne stagnieren

Dennoch sind viele Ökonomen optimistisch, dass es ab Jahresmitte zumindest für Deutschland wieder aufwärts gehen wird. Ihre Zuversicht gründet sich auch darauf, dass die heimischen Verbraucher den Einbruch beim Export durch steigende Ausgabefreude wettmachen. Die Sache hat nur einen Haken.

Um dauerhaft mehr ausgeben zu können, braucht man mehr im Portemonnaie. Doch trotz der – abgesehen vom Rezessionsjahr 2009 – ordentlichen Wachstumsraten der Wirtschaft stagnieren die Nettlöhne seit über zehn Jahren weitgehend.

Daran dürfte sich auch in diesem Jahr bei einem erwarteten Lohn- und Gehaltsplus von 2,6 Prozent wenig ändern. Abzüglich der Inflationsrate wird für die Bürger real wohl nur wenig übrig bleiben.

Keiner kann große Sprünge erwarten

Große Sprünge beim Konsum sind da realistisch betrachtet eher nicht zu erwarten. Jedenfalls dann, wenn man nicht auf kräftige Lohnaufschläge setzen und damit an der eigenen Wettbewerbsstärke kratzen will.

Die beste Konjunkturhilfe sind sichtbare und glaubhafte Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise. Sie würden einerseits die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stärken. Zum anderen würde so aber auch die Verunsicherung der Verbraucher gemindert. Denn mit Furcht konsumiert es sich nicht gut – egal wie hoch das Lohnplus ist.