Übernahme

Allianz will Gasnetz von Energieriese Eon kaufen

Der größte deutsche Energieversorger Eon will laut einem Pressebericht sein Gasnetz verkaufen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, will der Münchner Versicherungskonzern Allianz über seine Beteiligungstochter Allianz Capital Partnersdas 12.000 Kilometer lange Gasnetz übernehmen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Versicherungskonzern Allianz will womöglich dem unter Druck stehenden Energieversorger Eon das Gasnetz seiner Tochter Ruhrgas abkaufen. Die "Süddeutsche Zeitung“ berichtete, die Gespräche über den Verkauf des 12.000 Kilometer langen Gasnetzes der Traditionsfirma seien weit fortgeschritten.

Weder die Allianz noch Eon wollten sich dazu äußern. Allerdings könnte es ein sinnvolles Engagement für den Versicherungskonzern sein. Die Allianz ist wie die meisten Konkurrenten auf der Suche nach ertragreichen und sicheren Anlagen, um auf Dauer die Erträge für ihre Produkte wie Lebensversicherungen zu erwirtschaften.

Die Allianz ist seit diesem Jahr bereits an dem norwegischen Netzbetreiber Gassled beteiligt. Investitionen in Infrastrukturobjekte seien vor allem deswegen interessant, da sie langfristig attraktive und gut kalkulierbare Erträge abwerfen, hatte Allianz-Vorstandsmitglied Paul Achleitner im Juni gesagt. Zudem seien sie ein sicherer Schutz vor Inflation.

Eon Ruhrgas hatte das Fernleitungsnetz im Herbst 2010 auf Druck der EU-Kommission in die Konzerntochter Open Grid Europe (OGE) ausgliedert, um Transport und Handelsgeschäft voneinander zu trennen. Vor einem halben Jahr schloss Eon einen Verkauf der OGE nicht mehr aus. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, hieß es in dem Zeitungsbericht. Das Gasnetz war im Jahr 2002 mit der milliardenschweren Übernahme der Ruhrgas AG zu Eon gekommen.