Joint-Venture

Sony strebt Übernahme von Sony Ericsson an

Der japanische Sony-Konzern will offenbar den Handy-Hersteller Sony Ericsson komplett übernehmen. Sony stehe kurz davor, dem schwedischen Partner Ericsson dessen Anteil von 50 Prozent abzukaufen, berichtete das "Wall Street Journal". Doch auch Gerüchte über ein Ende der Partnerschaft kursieren.

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Der japanische Elektronikkonzern Sony will sich Kreisen zufolge die Handy-Marke Sony Ericsson ganz einverleiben. Sony verhandele mit seinem schwedischen Partner über eine Übernahme der Ericsson-Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen, sagten eine mit der Strategie vertraute Person am Freitag.

In Tokio geriet die Sony-Aktie unter Druck: Gegen den Markttrend verbilligten sich die Papiere um rund 3,6 Prozent. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" über Gespräche berichtet. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Sony rivalisiert auf dem Wachstumsmarkt für Mobilgeräte mit Mobilgeräte und Samsung.

Dabei macht den Japaner nicht zuletzt zu schaffen, dass sie ihre Produktpalette unter verschiedenen Namen anbieten: Während beispielsweise Tablet-Computer unter der Sony-Marke laufen, stehen die Smartphones mit dem Logo Sony Ericsson in den Regalen. Bei der Berliner Funkausstellung wurden die Sony-Ericsson-Handys im September in der Sony-Halle zusammen mit Fernsehern und neuen Tablet-Computern des japanischen Konzerns präsentiert.

Sony und Ericsson verhandeln bereits seit Wochen über die Zukunft ihres Gemeinschaftsunternehmens. Noch in diesem Monat müssten sie entscheiden, ob sie ihre seit zehn Jahren bestehende Allianz fortsetzten wollen. Beide halten je die Hälfte an dem Joint Venture. Ein Deal könnte sich Analysten zufolge auf über 1,3 Milliarden Dollar belaufen. Entscheidend sei, welche Vereinbarung über die weitere Nutzung der Ericsson-Mobilfunkpatente getroffen werde.

Das "Wall Street Journal“ wiederum zitiert am Freitag mit den Vorgängen vertraute Personen, die von einem Ende des Joint-Ventures zwischen Sony und Ericsson sprechen. Die Japaner stünden kurz davor, den Partner aus dem Gemeinschaftsunternehmen herauszukaufen, heißt es.

Angesichts der zunehmenden Konkurrenz wolle Sony das Geschäft mit Smartphones unter einem Dach mit Tablet-PC und mobilen Spielekonsolen zusammenführen. Der Konzern erhofft sich dadurch sinkende Kosten und eine bessere Abstimmung bei Forschung und Entwicklung.

Ein Ericsson-Sprecher sagte, die Schweden hätten langfristige Vereinbarungen für ihre Gemeinschaftsunternehmen. Sony erklärte, die Gespräche seien nicht vom Unternehmen selbst kommuniziert worden. Eine Stellungnahme gebe es dazu nicht.