Prognose

Im Dezember könnte Griechenland das Geld ausgehen

Die Euro-Hilfe für Griechenland liegt bis zum Referendum auf Eis. Laut Regierungsvertretern reichen die Reserven noch bis Mitte Dezember.

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Das hoch verschuldete Griechenland verfügt Regierungskreisen zufolge bis Mitte Dezember über genügend Geld. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters. Am Mittwochabend war Griechenland der Geldhahn zugedreht worden. Eine Tranche über acht Milliarden Euro wird nicht überwiesen.

Die nächste Überweisung soll erst erfolgen, wenn die zugesagten Reformen auf den Weg gebracht wurden und sich die Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für ein neues Hilfspaket entscheidet. Die neuen Kredite sind wieder an Reformen gebunden, die viele Griechen ablehnen.

Europa nimmt damit eine Staatspleite Griechenlands in Kauf, um den Euro zu retten. In angespannter Atmosphäre hatte Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy am Vorabend des G-20-Gipfels die Spitzen der EU, des IWF und Papandreou nach Cannes geladen. „Wir möchten nicht, dass der Euro zerstört wird“, sagte Sarkozy danach.

Sollten die Griechen sich dem Sparprogramm verweigern, sei die Euro-Zone auf den Austritt des Landes vorbereitet. „Wir sind gewappnet“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die bereits von den Euro-Finanzministern gebilligte neue, acht Milliarden Euro schwere Rate liegt bis zu einem Ja der Griechen auf Eis . Das Referendum wird wohl am 4. Dezember abgehalten. Das griechische Volk müsse klar sagen, ob es weiter in der Euro-Zone verbleiben wolle oder nicht, erklärten Merkel und Sarkozy. Beide zeigten sich darüber verärgert, nicht vom Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou in dessen Pläne eingeweiht worden zu sein.

Auch Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker griff Papandreou scharf an . „Wir haben ihn, ohne ihm einen wirklichen Vorwurf zu machen, darauf hingewiesen, dass sein Benehmen illoyal ist“, sagte Juncker im ZDF-„Morgenmagazin“. „Die Eurogruppe wäre gerne bereits beim vergangenen EU-Gipfel über das Referendum-Vorhaben informiert worden.“

Die G 20 rechnen auf ihrem Spitzentreffen nach den Worten eines hochrangigen Vertreters bereits die Kosten einer Staatspleite Griechenlands durch. Zugleich schaue sich die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer die Folgen an, die bei einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone drohten, sagte ein hochrangiger Vertreter vor Beginn des Treffens. „Man muss alle Szenarien durchspielen und die Gruppe prüft intern die Kosten eines plötzlichen Zahlungsausfalls.“ Die Gruppe gehe davon aus, dass die Märkte noch einige Zeit turbulent blieben, selbst wenn Griechenland in der Euro-Zone bliebe, sagte der G-20-Vertreter weiter.