Hypo Real Estate

Dieses Mal verrechnet sich Bad Bank beim Gewinn

In der Bilanz der Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate ist ein neuer Fehler aufgetaucht. Nach der falschen Buchung von 55,5 Milliarden Euro ist dieses Versehen aber folgenreicher.

Schon wieder ein Rechenfehler bei der Bad Bank der Hypo Real Estate: Die Abwicklungsanstalt, die unter dem Namen FMS Wertmanagement (FMSW) auftritt, hat beim Jahresabschluss 2010 den Überschuss um 43 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen. Hintergrund ist eine Fehlbuchung bei den Zinsprovisionen. Schon vergangene Woche hatte die Bad Bank mit einem Buchungsfehler von 55,5 Milliarden Euro von sich reden gemacht. Doch dabei ging es nur um die Bilanzsumme. Dieser zweite Fehler ist für die FMSW sogar folgenreicher: Dadurch mindert sich der Gewinn.

„Das ist ein weiterer Fehler unseres Dienstleisters, den wir entdeckt haben und der korrigiert werden musste“, bestätigt Andreas Henry, Sprecher der Bad Bank. Pikant: Dienstleister der FMSW ist die aus der HRE hervorgegangene Pfandbriefbank (pbb). Nach Informationen von Morgenpost Online räumte die pbb in einem Brief den Fehler ein und kündigte an, sich zu bemühen, in Zukunft derartige Fehler zu vermeiden. Dass es Probleme mit der Datenqualität des Portfoliodienstleisters gibt, wurde bereits im Jahresbericht 2010 vom Verwaltungsratschef angeprangert. Finanzkreise rechnen daher damit, dass weitere Fehler publik werden.

Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble ist der Fehlerquelle auf der Spur: Er hat die zuständigen Manager für diesen Mittwoch nach Berlin geladen, um den Sachverhalt zu klären. Zum Rapport ins Ministerium müssen neben den Managern der Pfandbriefbank und der Bad Bank auch die Vertreter der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA), die als Rechtsnachfolger des Bankenrettungsfonds SoFFin die Aufsicht über die Bad Bank haben. Das Ministerium selbst hat keine direkte Aufsicht über die Bad Bank. Unangenehme Fragen wird es auch für die Wirtschaftsprüfer von PwC geben.

Das Finanzministerium erfuhr nach eigener Angabe am 4. Oktober 2011 davon, dass es bei der FMSW Korrekturbedarf in Milliardenhöhe gebe – am 28. Oktober wurde der Finanzausschuss des Bundestags informiert. Die Opposition wirft Schäuble vor, er habe schon früher von den Problemen gewusst. Es wird aus einem Schreiben des Ministeriums an den Bundestag zitiert, das vom 13. September 2011 datieren soll. Schon darin sei der hohe Korrekturbedarf ersichtlich, so die Opposition.