Wirtschaftsmedien

"Wall Street Journal" startet deutsche Website

News Corp. greift mit einer deutschen Website des "Wall Street Journals" die heimische Medienlandschaft an. Nutzer sollen für viele Inhalte bezahlen.

Foto: dapd

Der Abhörskandal rund um die inzwischen eingestellte britische Sonntagszeitung „News of the World“ hat dem Expansionshunger der mächtigen News Corporation keinen Abbruch getan.

Mit einem neuen deutschsprachigen Online-Angebot der renommierten US-Zeitung "Wall Street Journal" , die seit 2007 zu dem US-Medienkonzern gehört, startet News Corp. den Angriff auf die deutsche Wirtschaftsmedienlandschaft.

Anfang kommenden Jahres soll die Website online gehen, wobei die Inhalte anders als bislang kolportiert wurde, keineswegs gänzlich kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Internetseite werde eine „Mischung aus Gratis- und Bezahlinhalten“ aus dem "Wall Street Journal" und dem globalen Netzwerk der ebenfalls zum Konzern gehörenden Nachrichtenagentur Dow Jones anbieten, gab das Unternehmen bekannt.

Online-Inhalte mit Bezahlschranken versehen

Eine Gratisstrategie wäre auch erstaunlich gewesen, schließlich hatte der Herr über die News Corp., Rupert Murdoch, als einer der ersten konsequent eine Paid-Content-Strategie verfolgt und journalistische Online-Inhalte mit Bezahlschranken versehen.

Nachdem die Gratiskultur im Internet dem Geschäftsmodell der Zeitungsverlage weltweit schmerzhaft zugesetzt hatten, nährte er damit schon früh die Hoffnung der Branche, dass sich mit den teuer erstellten journalistischen Inhalten auch im Internet Geld verdienen lässt.

Zwar ist der deutsche Markt für Wirtschaftstitel kein einfacher. Noch dazu wird das deutsche Online-Portal des "Wall Street Journal" mit den Internetangeboten der hier ansässigen Wirtschaftszeitungen Handelsblatt und Financial Times Deutschland konkurrieren müssen, die ihre Inhalte noch immer größtenteils gratis zur Verfügung stellen.

Dem gegenüber kann das Wall Street Journal mit einer Auflage von 2,1 Millionen und damit größten US-Zeitung, mit einem engmaschigen Netz von weltweit mehr als 2000 Korrespondenten punkten.

„Deutschland ist eine weltweit führende Wirtschaftsmacht und die relative Bedeutung des Landes in unserer immer komplexer werdenden Welt nimmt ständig zu“, sagt Robert Thomson, Chefredakteur des "Wall Street Journal" und Editor-in-Chief der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Deutsche Unternehmen und Leser bräuchten unmittelbaren Zugriff auf die beste Berichterstattung aus allen Teilen der Welt. Bislang verfügt das WSJ noch über lokalsprachige Angebote in China und Japan.