Rettungsschirm

Verlockender Hebel mit gefährlichen Nebenwirkungen

Mit Hilfe eines Kredithebels könnte die EFSF klammen Staaten mit mehr als einer Billion Euro beispringen. Der Hilfsfonds würde zum Endlager für riskante Anleihen.

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Es klingt nach einer verlockenden Lösung: Mit Hilfe eines so genannten Kredithebels könnte der Euro-Rettungsschirm EFSF künftig klammen Staaten mit mehr als einer Billion Euro beispringen , ohne dass sich die Haftungssumme für Deutschland erhöht. Er würde als eine Art Versicherer für Käufer von Staatsanleihen auftreten.

Doch ein solcher Hebel hat Nebenwirkungen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit für die Bürgschaften – und damit das Risiko für die Steuerzahler – wird sich erhöhen. Der Hilfsfonds wäre ein Endlager für riskante Anleihen.

Während private Investoren bei einer möglichen Staatspleite immer einen Teil ihres Geldes zurückzuerhalten, werden die Bürger immer zur Kasse gebeten.

Und es gibt noch eine Gefahr: Die Anleihen hoch verschuldeter Staaten werden durch die EFSF-Absicherung attraktiver. Das hilft kurzfristig. Auf lange Sicht weckt es Begehrlichkeiten.

Die klammen Euro-Staaten werden Druck aufbauen, diese Einrichtung zur Dauerlösung zu machen. Der Hebel droht der Einstieg in die endgültige Vergemeinschaftung der Staatsschulden in Europa zu werden.