Deutschlands Tankstellen

Der letzte Rest Wettbewerb steht auf dem Spiel

Mit seinem neuesten Vorstoß versucht Marktführer Aral, den Rest an Wettbewerb zu zerstören – und wird hoffentlich dabei vom Autofahrer ertappt.

Foto: dpa / dpa/DPA

Deutschlands Autofahrer sind nicht blöd: Weil Benzin am Wochenende meist günstiger und am Wochenanfang meist teurer ist, gibt es an deutschen Tankstellen dienstags Absatzeinbrüche von bis zu 40 Prozent. An den Wochenendtagen sind die Preiszentralen der Ölkonzerne nicht komplett besetzt – das führt zu den Preisunterschieden, und das hat sich herumgesprochen.

Genauso sicher wird sich auch die Nachricht verbreiten, dass Marktführer Aral an einem neuen Provisionsmodell für seine Pächter arbeitet . Die Tankstellenbetreiber sollen mehr Geld bekommen, wenn sie nach einer Erhöhung den neuen Preis für einen längeren Zeitraum durchhalten und keinen Antrag auf Preissenkung stellen. Der Werbespruch „Aral – Alles super“ kann rasch zu „Alles teuer“ werden.

Dabei ist Aral nicht der einzige Tankstellenkonzern, der höhere Durchschnittspreise anstrebt. Die häufigen Preissenkungen, die von den freien Tankstellen erzwungen werden, sind für alle Markenanbieter ein Ärgernis. Nur gut, dass es diesen Rest an Wettbewerb in Deutschland noch gibt.

Gerade deswegen aber kann vor jedweder Regulierung nur gewarnt werden: Wenn in Deutschland so wie in Österreich Benzinpreise nur noch ein Mal am Tag heraufgesetzt werden dürfen, spielt dies den Ölkonzernen in die Hände und macht den kleinen Anbietern das Überleben schwer.

Die Ölmultis könnten dann die unabhängigen Tankstellen attackieren und am Ende höhere Preise durchsetzen. Genau das versucht Aral jetzt im Alleingang – und wird hoffentlich dabei vom Autofahrer ertappt.