Schuldenkrise

Chinesische Ratingagentur will USA herabstufen

Nach Moody's will die Ratingagentur Dagong die US-Topbonität abwerten. Begründung: Obama liefere keine bedeutende Politik zum Schuldenabbau.

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Neben Moody's droht auch die chinesische Ratingagentur Dagong, die Kreditwürdigkeit der USA herabzusetzen. Selbst wenn sich der Kongress und das Weiße Haus noch über die Erhöhung der Schuldengrenze einigen, werde die Herabstufung voraussichtlich erfolgen, heißt es in einem Papier über die Einstufung der USA. Zur Begründung hieß es, die US-Regierung habe „keine bedeutende Politik zur Verringerung des Defizits“.

Die amerikanische Ratingagentur Moody's, die den US-Staatsanleihen bisher die Top-Bonität „AAA“ verlieh, hatte in New York mitgeteilt, dass diese Top-Bonität jetzt infrage stehe . Anders als internationale Agenturen hatte Dagong die Kreditwürdigkeit der USA allerdings schon längst viel niedriger eingestuft und im November von „AA“ bereits auf „A+“ herabgesetzt.

Während die USA gegen Schuldenkrise und hohe Arbeitslosigkeit kämpfen, glänzt die chinesische Wirtschaft mit ungebremstem Wachstum. Laut chinesischem Statistikamt ergab sich für die erste Jahreshälfte insgesamt ein Wachstum von 9,6 Prozent. China ist neben den USA zur neuen Wirtschafts-Supermacht aufgestiegen.

Größter Streitpunkt zwischen USA und China ist seit langem der Wechselkurs der chinesischen Währung. Die USA werfen der Volksrepublik vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten und sich damit Exportvorteile zu verschaffen. Die chinesische Regierung dagegen beklagt, dass die USA durch ihre Politik die Gefahr einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft verschärfen. Die lockere Politik der US-Notenbank, die unaufhörlich die Finanzmärkte mit Geld flutee, heize die ohnehin hohe Preisteuerung in China weiter an.