Apple-Gründer geht

Konkurrenten profitieren von Jobs-Rücktritt

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Jobs-Rücktritt drückt Apple-Aktien

Die Nervosität der Händler scheint groß: In New York büßten die Apple-Aktien nachbörslich sieben Prozent ein, in Korea profitierten die Aktien des Rivalen Samsung und in Frankfurt rutschten Apple-Aktien um fünf Prozent ab.

Video: Reuters
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Während die Aktienkurse von Apple nach der Nachricht vom Rücktritt des Chefs Steve Jobs sanken, gewannen die Papiere der Konkurrenten an den Börsen weltweit deutlich an Wert.

Nach dem Rücktritt von Apple-Chef Steve Jobs haben die Aktienkurse wichtiger Konkurrenten des US-Hightechkonzerns deutlich an Wert gewonnen. Der Kurs des südkoreanischen Technologiekonzerns Samsung stieg an der Börse in Seoul am Donnerstag um drei Prozent, der Wettbewerber LG legte sogar vier Prozent zu. HTC in Taipeh legte 2,7 Prozent zu, die Aktien des Computerbauers Lenovo stiegen in Hongkong um 1,8 Prozent.

Der Apple-Mitgründer Jobs hatte seinen Rücktritt am Mittwochabend (Ortszeit) erklärt, eine Begründung gab er nicht an. „Ich habe immer gesagt, dass wenn jemals der Tag kommen sollte, dass ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als Apple-Chef erfüllen kann, ich der erste wäre, der das mitteilt. Leider ist dieser Tag gekommen“, schrieb Jobs in einem Brief , den der Konzern veröffentlichte. Er nannte aber keine näheren Gründe für den Rückzug.

Der auch als kreativer Kopf des Unternehmen geltende Jobs ist jedoch seit langem gesundheitlich angeschlagen und nahm in den vergangenen Monaten bereits zum wiederholten Mal eine Auszeit vom Tagesgeschäft. Er soll der Firma nun als Vorsitzender des Verwaltungsrates treu bleiben. Infolge der Rücktrittsankündigung stürzte der Wert der Apple-Aktie nach Börsenschluss in New York am Mittwochabend um 5,3 Prozent ab.

An der Frankfurter Börse wurde die Apple-Aktie am Donnerstagmorgen um 6,3 Prozent auf 242,71 Euro ins Minus gedrückt. „Apple ist Steve Jobs, und ohne Steve Jobs ist Apple nicht mehr Apple“, fasste ein Händler zusammen. „Für viele Anleger heißt das, sie trennen sich von den Aktien.“ Schon in New York hatten die Apple-Aktien nachbörslich sieben Prozent eingebüßt.

Anleger vermuten, dass nun der Rivale Samsung Morgenluft wittert. Dazu trug Händlern in Seoul zufolge auch ein Gerichtsurteil in einem Patentstreit bei.

Samsung und HTC streiten wie auch andere Smartphone-Hersteller mit Apple in einer ganzen Reihe von Verfahren in mehreren Staaten über angebliche gegenseitige Patentrecht-Verletzungen. Erst am Mittwoch untersagte ein Gericht in den Niederlanden den Verkauf von drei Samsung-Smartphones in mehreren Ländern Europas. Am Donnerstag sollte das Landgericht Düsseldorf über ein Verkaufsverbot für den neuesten Tabletcomputer von Samsung verhandeln, das Apple erwirkt hatte. Der US-Hightechkonzern wirft dem südkoreanischen Hersteller vor, mit seinem Modell Galaxy Tab das iPad von Apple in seinem Aussehen kopiert zu haben. Der Galaxy Tab ist einer der schärfsten iPad-Konkurrenten.