Lebensmittel

Deutsche Fleischproduktion klettert auf Rekordhoch

Deutschland hat noch nie so viel Fleisch hergestellt wie 2010. Bei der Ausfuhr von Schweinefleisch liegt das Land weltweit auf Platz drei.

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In Deutschland ist noch nie so viel Fleisch produziert worden wie im vergangenen Jahr. Die gewerbliche Fleischproduktion erreichte einen Rekordwert von 8,0 Millionen Tonnen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Steigerung um 3,9 Prozent.

An der Fleischerzeugung insgesamt hatte im Jahr 2010 Schweinefleisch mit 67,8 Prozent den höchsten Anteil, danach folgten Geflügelfleisch mit 17,2 Prozent und Rindfleisch mit 14,8 Prozent. Der Anteil von Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch beträgt zusammen 0,2 Prozent. Mit einer Produktion von gut 5,4 Millionen Tonnen übertraf die Schweinefleischerzeugung das Vorjahresergebnis um 3,8 Prozent. Die Geflügelfleischerzeugung stieg gegenüber dem Jahr 2009 um 7,0 Prozent auf eine Jahresproduktion von knapp 1,4 Millionen Tonnen. Die Erzeugung von Rindfleisch erhöhte sich im Vergleich zu 2009 leicht um 0,9 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Tonnen.

Ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands (DBV) sagte, das Label „Made in Germany“ gelte im Ausland auch bei Fleischprodukten als „sehr positiv“. Deutschland ist dem aktuellen Situationsbericht des Verbands zufolge die Nummer drei auf dem Weltmarkt beim Export von Schweinefleisch. „Die Ernährungswirtschaft und die Landwirte haben sich auf den offenen Märkten gut durchgesetzt“, sagte der Sprecher.

Viele in Deutschland geschlachtete Tiere kommen aus dem Ausland. Deutschlands Mäster führen nach DBV-Angaben jährlich über neun Millionen Ferkel hauptsächlich aus Dänemark und den Niederlanden ein. Der Handel sowie die Schlachtereien ordern zudem über fünf Millionen Schweine aus dem Ausland zur Schlachtung. Nach Einschätzung des Bauernverbands bietet der inländische Fleischverbrauch kaum noch Wachstumspotenzial.

Deswegen werde der Export von deutschem Schweinefleisch für den Absatz immer wichtiger. „Mittlerweile werden rund 40 Prozent des in Deutschland produzierten Schweinefleisches im Ausland verkauft“, heißt es im Situationsbericht des Verbands. Weltweit wird nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Nachfrage nach Fleisch weiter zunehmen. Konkret soll die Weltfleischproduktion von 284 Millionen Tonnen 2009 auf 328 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2019 steigen. Trotz der gestiegenen Produktionsmengen hat Deutschland dem DBV-Sprecher zufolge eine Vorreiterrolle beim Tierschutz.

Der Tierschutz habe sich hierzulande immer weiter verbessert. Während im Ausland die Käfighaltung bei Geflügel ausgeweitet werde, sei sie in Deutschland abgeschafft worden. Auch die Hygiene bei Schweinen sei verbessert worden. Der Sprecher forderte allerdings, dass die Europäische Union für einen „Gleichklang“ beim Tierschutz sorgen müsse. Andere Länder könnten mit schlechterem Tierschutz ansonsten günstigere Preise ausweisen.