Juni-Zahlen

Deutscher Exportmotor gerät ins Stocken

Der Boom des deutschen Außenhandels hat sich im Juni verlangsamt. Die Exporte verzeichneten den geringsten Anstieg seit Januar 2010.

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Die deutschen Exporteure haben im Juni einen Dämpfer einstecken müssen . Sie setzten 1,2 Prozent weniger um als im Mai, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet.

Die Unternehmen verkauften im Juni Waren im Wert von 88,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und zugleich der geringste Anstieg seit Januar 2010.

Im gesamten ersten Halbjahr steigerten die Unternehmen ihre Geschäfte um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Exportverband BGA hat jüngst im Reuters-Interview seine Umsatzprognose für 2011 auf zwölf Prozent erhöht. Allerdings geht BGA-Chef Anton Börner davon aus, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird .

Die Importe stiegen im Juni überraschend um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Experten hatten einen Rückgang um 0,3 Prozent vorhergesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 75,6 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt – sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Außenhandelsbilanz – die Differenz zwischen Exporten und Importen – wies einen um Saison- und Kalendereinflüsse bereinigten Überschuss von 11,5 Milliarden Euro aus.