Prognos-Studie

Starke Industrie sichert die Zukunft Deutschlands

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Einer Studie des Prognos-Instituts zufolge liegt die Stärke Deutschlands in seiner industriellen Basis. Nur der Fachkräftemangel bereitet Probleme.

Deutschland ist für die nächsten zehn Jahre besser gerüstet als alle anderen alten Industriestaaten. Das geht laut „Handelsblatt“ aus einer Studie des Schweizer Prognos-Instituts hervor. Die Bundesrepublik profitiere bis 2020 davon, dass ihre industrielle Basis stärker sei als bei allen Konkurrenten. Dagegen spiele die kriselnde Finanzbranche eine untergeordnete Rolle.

Der industrielle Bereich kommt bei der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung auf mehr als 16 Prozent und wird dabei nur von dem Schwellenland China (29 Prozent) übertroffen. Mithalten kann noch Japan, das auf 15 Prozent taxiert wird, während die USA nur knapp auf zwölf Prozent kommt.

Dafür verzeichnet die größte Volkswirtschaft der Welt mit 4,7 Prozent einen hohen Anteil an der Wertschöpfung, Japan hat sogar einen Staatsanteil von 5,6 Prozent, während er in Deutschland bei 4,4 Prozent liegt.

Die größten Wachstumsimpulse im Industriebereich sollen von der Elektrotechnik und dem Maschinenbau ausgehen, zu dem auch die deutsche Autoindustrie gezählt wird. Eine weitere Stütze der Industrie dürfte von den erneuerbaren Energien und dem Trend zum Energiesparen ausgehen. Beide Sparten werden gestützt durch die jüngst beschlossene Energiewende und den damit verbundenen Ausstieg aus der Atomkraft.

Schwieriger dagegen sieht die Lage am Arbeitsmarkt aus. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland von 41 Millionen auf unter 40 Millionen sinken, so die Prognos-Studie. Gleichzeitig fehlen in den kommenden Jahren Fachkräfte und Hochschulabsolventen. Bis 2020 würden 1,6 Millionen Stellen für Hochschulabsolventen nicht mit eigenem Nachwuchs besetzt werden können, so Prognos.

Nach Informationen von Morgenpost Online setzt die Bundesagentur für Arbeit (BA) deshalb auf qualifizierte Zuwanderer aus den europäischen Krisenländern Spanien, Griechenland und Portugal. „Es gibt ein großes Potenzial in Spanien, Tausende von Ingenieuren sind arbeitslos, auch IT-Spezialisten“, sagte die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Den stärksten Zuwachs an Arbeitskräften werde es laut Prognos aber im Gesundheitswesen geben.