Trotz der Konjunkturerholung blicken die Börsenprofis mit zunehmender Skepsis in die Zukunft. Das ZEW-Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank im Juli auf 21,2 Punkte von 28,7 Zählern im Vormonat.
Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten mit. Experten hatten mit einem Rückgang auf 25,0 Punkte gerechnet. „Ausschlaggebend für die gedämpften Erwartungen dürften die Schuldenkrise und die daraus resultierenden Sparmaßnahmen in verschiedenen Ländern gewesen sein“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Die Lage bewerteten die Börsianer dagegen deutlich besser. Dieses Barometer kletterte um 22,5 auf plus 14,6 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg auf minus 1,5 Zähler vorausgesagt.
Die Bundesbank rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent. Viele Bankenvolkswirte sind noch optimistischer. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist hingegen pessimistischer und erwartet lediglich ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent.
Zugleich hat der Fonds jüngst seine Prognose für das deutsche Wachstum im kommenden Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert. Dabei weist der Fonds auf die Konjunkturrisiken hin, die sich aus der Schuldenkrise für die international stark verflochtenen Volkswirtschaften Europas ergeben könnten.
Das ZEW aktualisiert seine Umfrage zur den Konjunkturerwartungen innerhalb der Finanzmarktbranche monatlich. Sie gilt als ein wichtiger Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung.
Reuters/AFP/dma




