Ratingagentur Moody's

Griechenland rutscht bei Bonität in Ramschstatus

Angesichts der immensen Schuldenlast Griechenlands hat die Ratingagentur Moody's ihre Bonitätsbewertung für das Land gesenkt. Die Bonitätsnote liegt nun tief in der Kategorie Ramschstatus.

Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität griechischer Staatsanleihen erneut heruntergestuft und eine weitere Herabstufung angedroht.

Die Bonitätsnote werde von „B1“auf „Caa1“ herabgestuft, teilte die Ratingagentur am Mittwoch mit. Damit rutscht das Rating tief in die Kategorie Ramschstatus ab. Den Ausblick schätzt die Agentur mit negativ ein, was bedeutet, dass mittelfristig eine weitere Abstufung möglich ist.

Die Entscheidung hänge mit dem erhöhten Risiko zusammen, dass Athen seine Finanzkrise nicht ohne Umschuldung in den Griff bekomme, erklärte Moody's am Mittwoch. Außerdem erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenlands Geber, die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), die Freigabe ihrer Finanzhilfe an die Bedingung knüpfen könnten, dass private Kreditgeber sich an der Umschuldung beteiligen.

Das griechische Finanzministerium erklärte in einer ersten Reaktion, Moody's Entscheidung sei durch „intensive Spekulationen“ in Print- und elektronischen Medien beeinflusst und lasse die Anstrengungen der Regierung in Athen zur Stabilisierung der Finanzen außer Acht.

Experten der Troika prüfen derzeit in Athen, ob Griechenland beim vereinbarten Abbau seiner Schulden von rund 350 Milliarden Euro vorankommt. Von der Untersuchung hängt ab, ob die fünfte Tranche über zwölf Milliarden Euro der internationalen Notkredite ausgezahlt wird. Sollte diese Zahlung ausbleiben, müsste Griechenland womöglich auf anderem Weg finanziell geholfen werden. Nach Presseberichten könnten neue Nothilfen für das Land in Höhe rund 60 Milliarden Euro nötig werden.

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten genauso wie von Unternehmen. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Händler an den weltweiten Märkten. Bei unsoliden Finanzen verlangen diese von den Staaten höhere Zinsen für Kredite - als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Ratingagenturen hatten in den vergangenen Monaten die Kreditwürdigkeit von Griechenland, Portugal und Spanien herabgestuft, was die Kreditaufnahme für die Staaten deutlich teurer machte.