Kälteschock auf dem Arbeitsmarkt: Um mehr als 300.000 ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Das hört sich schlimm an, doch ist so ein starker Anstieg zu dieser Jahreszeit durchaus üblich.
Bei näherer Betrachtung sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt weiter gut: Die Beschäftigung steigt, weil die Konjunktur brummt. Die Unternehmen stellen ein, wie seit dem vorigen Boom im Jahr 2007 nicht mehr. Zudem wird der Arbeitsmarkt entlastet, weil weniger Junge nachrücken als Ältere ausscheiden.
Nein, der frostige Winter ist nicht das Problem für den deutschen Arbeitsmarkt, eher schon die Politik der schwarz-gelben Regierung. Sie macht sich daran, die Erfolge am Arbeitsmarkt leichtfertig zu verspielen. Eine Branche nach der anderen wird mit einem Mindestlohn überzogen, der Geringqualifizierten die Chance auf eine einfache Stelle raubt – dabei stellen gerade sie rund die Hälfte der Arbeitslosen.
Schlimmer noch: Nun soll auch noch die Zeitarbeit, die sich im aktuellen Aufschwung erneut als Jobmotor erweist, zu Tode reguliert werden. Unter dem Schlagwort „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ wird Zeitarbeit so verteuert, dass Firmen lieber ganz darauf verzichten werden. Für viele Zeitarbeiter heißt es dann: Zurück auf Hartz IV.
Auf die großen Zukunftsfragen – vom Fachkräftemangel bis zur Zuwanderung – hat die Koalition immer noch keine Antwort gegeben. „Warum auch?“, wird sich mancher Koalitionär denken. Die Wirtschaft wächst ja auch so, und die Arbeitslosigkeit sinkt. Wer so kurzsichtig denkt, wird früher oder später die Quittung dafür bekommen.




