Jobmarkt

Zahl der Arbeitslosen steigt auf 3,3 Millionen

Die offizielle Zahl der Arbeitslosen steigt um mehr als 300.000. Saisonbereinigt ergibt sich jedoch ein Rückgang von 13.000.

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Der Traum von der Vollbeschäftigung liegt erst mal auf Eis. Denn der Winter hat die Zahl der Arbeitslosen deutlich steigen lassen. Im Januar waren 3,347 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Das waren 331.000 mehr als im Dezember 2010 und 270.000 weniger als im Januar 2010. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte: „Die Arbeitslosigkeit ist im Zuge der Winterpause zwar gestiegen, saisonbereinigt ergibt sich jedoch ein Rückgang. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu, und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter.“ Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 13.000 Arbeitslosen. Analysten hatten nur mit einem Rückgang von 10.000 gerechnet.

Nach Einschätzung von Bankvolkswirten entwickelt der Arbeitsmarkt sich aber unverändert positiv, der Aufschwung geht weiter, versicherten die Fachleute übereinstimmend. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen 350.000 und 500.000 sei in den drei Wintermonaten Dezember bis Februar üblich. Am stärksten aber schlage die Winterarbeitslosigkeit meist im Januar zu Buche.

In der jüngsten Statistik schlagen sich nicht nur die sogenannten Außenberufe nieder, die bei Frost und Schnee nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können. Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Aktivität im Winter generell nachlässt, Mitarbeiter zum Jahresende vermehrt gekündigt und Einstellungen aufgeschoben werden.

„Wir rechnen auch im Winterhalbjahr nicht mit einem Abschwung“, betonte etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Darauf weist auch die jüngste Stellenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) hin. Danach hat die Nachfrage nach Arbeitskräften zum Jahresbeginn fast das Niveau des Vorkrisen-Aufschwungs erreicht. Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar nur knapp unter der Zahl von Februar 2007, wie die Bundesagentur mitteilte. Hohen Mitarbeiterbedarf meldeten weiterhin Zeitarbeitsunternehmen.

Die Kurzarbeit ging weiter spürbar zurück. Nach vorläufigen Daten vom November bekamen 185.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Das sind 23.000 weniger als im Vormonat und 763.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Arbeitslosenquote in Europa bleibt stabil

In den Euro-Ländern liegt die Arbeitslosigkeit nach wie vor bei zehn Prozent. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte, betrug die Quote im Dezember 2010 wie bereits im Vormonat 10,0 Prozent. Auch in den 27 EU-Mitgliedsländern blieb die Arbeitslosenquote mit 9,6 Prozent zum Vormonat November stabil.

In den Niederlanden (4,3 Prozent) und in Luxemburg (4,9 Prozent) sieht die Lage am Arbeitsmarkt am besten aus. Die höchsten Arbeitslosenquoten haben Spanien (20,2 Prozent) sowie mit jeweils 18,3 Prozent Litauen und Lettland. Mehr als 23 Millionen Menschen in der EU hatten nach Schätzungen von Eurostat im Dezember 2010 keine Arbeit, davon fast 16 Millionen im Euroraum.