Was als Suchmaschine begann, ist inzwischen eine Mischung aus Medienkonzern, Softwareunternehmen und Unterhaltungsmaschine. Google ist überall schon da, wo ein Nutzer im Internet hinklickt. Sich Google zu entziehen, ist inzwischen fast unmöglich. Erstaunlich für ein Unternehmen, das im Jahr 2000 noch nicht sehr weit aus dem Schlafzimmer herausgekommen war, in dem die ersten Geräte von Google angeblich standen.
Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page entwickelten Ende der 90er-Jahre eine Suchmaschine, die in der Lage ist, die Qualität von Klicks auf eine bestimmte Website zu bewerten. Doch mit ihrer Idee blitzten sie ab. Das Geld für den Start besorgten sie sich bei Freunden, Verwandten und Sun-Mitgründer Alexander von Bechtholsheim. Der investierte 100.000 Dollar, nachdem er den beiden zehn Minuten zugehört hatte. Und als Google 2005 an die Börse ging, war seine Beteiligung rund 500 Mio. Dollar wert.
Gewachsen ist Google durch geschickte Kooperationen und kluge Zukäufe. Die bekanntesten sind die Blog-Plattform Blogger.com und das Videoportal Youtube. Seine Einnahmen erzielt der Konzern durch gesponserte Links bei den Suchergebnissen und die Platzierung von Werbeanzeigen. Dank unzähliger gesammelter Daten wird die Werbung auf das auf Suchwort zugeschnitten, und Google kassiert bei jedem Klick darauf mit.
Mittlerweile liegt der Anteil unter den Suchmaschinen in Deutschland bei mehr als 80 Prozent. Zudem ist Googlemail eine der erfolgreichsten E-Mail-Plattformen. Eine kostenlose Software wie Tabellenkalkulation und Textverarbeitung bietet alle Werkzeuge, die ein Büro braucht.
Dabei sind sämtliche Dienste ineinander verschränkt. Wer bei Google jemanden sucht, kann bei Googlemaps den Wohnort herausfiltern und über StreetView teilweise den Ort betrachten.
Der Preis dafür ist, dass die Nutzer Google ihre Daten anvertrauen. Von Datenschützern kommt daher auch die heftigste Kritik an der Marktmacht des Konzerns. Die erstreckt sich mittlerweile auch auf Bereiche wie Nachrichtenseiten im Internet und auf Bücher, die Google einscannt und in der Suchmaschine zur Verfügung stellt.
Bei beiden sind Fragen des Urheberrechts strittig. Schon jetzt ist Google so mächtig, dass manche Medienforscher sagen, das bürgerliche Konzept der Privatsphäre sei überholt. In Zukunft werde via Google jeder zu einer öffentlichen Person.
ps




