Experten-Prognose

Institut prophezeit geringste Arbeitslosigkeit seit 1991

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzt sich laut Experten ungebremst fort. Sie rechnen mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren.

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Die Arbeitslosigkeit könnte 2011 nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) noch weiter zurückgehen als bisher erwartet und auf den niedrigsten Wert seit 1991 fallen. In seiner Prognose geht das Nürnberger Institut von einem Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zu 2010 um durchschnittlich rund 320.000 auf 2,93 Millionen aus. Bisher waren 2,96 Millionen Arbeitslose erwartet worden.

Der aktuellen Prognose wird ein Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes um 3,0 Prozent zugrunde gelegt. Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2011 laut IAB um durchschnittlich 360.000 auf 40,84 Millionen steigen und damit ein neues Rekordhoch erreichen. „Die kräftige Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes im Jahr 2010 setzt sich 2011 fort“, erklären die IAB-Autoren.

Gleichzeitig warnen sie davor, dass die wirtschaftliche Entwicklung derzeit „außergewöhnlich hohen Risiken“ unterliege. Dies seien zum einen die Unruhen in Nordafrika, die sich auf die Rohstoffpreise auswirken könnten, die schwierige Haushaltslage in manchen EU-Staaten und die Katastrophe in Japan. Entlastet werde der Arbeitsmarkt im laufenden Jahr von der demografischen Entwicklung: Das IAB geht davon aus, dass dem Arbeitsmarkt 200.000 Menschen weniger zur Verfügung stehen werden.

Zu zwei Dritteln könnte dieser Rückgang durch die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie durch die stärkere Zuwanderung aus den acht mittel- und osteuropäischen EU-Staaten ausgeglichen werden, für die zum 1. Mai die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gelte.

Das IAB weist in seiner aktuelle Studie auch darauf hin, dass es derzeit noch keine Hinweise auf einen „besorgniserregenden flächendeckenden“ Fachkräftemangel gebe. „Folglich besteht kein Anlass zur Beunruhigung, wohl aber zur Vorbereitung von Strategien, wie man dem mittelfristig deutlich sinkenden Arbeitsangebot begegnen will“, schreiben die IAB-Autoren. Dies könne Lohnanreize ebenso umfassen wie Weiterbildung, gesteuerte Zuwanderung, sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.