Der Milliardenbetrüger Bernard Madoff kommt laut einem Zeitungsbericht gut mit seinem neuen Leben im Gefängnis klar. Der ein Luxusleben in Manhattan gewohnte 71-Jährige spiele Boccia, Schach und Dame und schrubbe Pfannen und Töpfe in der Gefängnis-Küche, schrieb das „Wall Street Journal“.

Madoffs Zelle, die er mit einem jüngeren Mann Namens Frank teile, werde nicht abgeschlossen. Madoff genieße als der größte Betrüger der Finanzgeschichte ein gewisses Ansehen bei anderen Häftlingen, schrieb die Zeitung, die für den Bericht unter anderem mehrere Insassen des Gefängnisses im US-Bundesstaat North Carolina befragte. „Für jeden Betrüger ist er der Pate, der Don“, wurde einer von ihnen zitiert.

Madoff hatte seine Opfer mit einem Schneeball-System um mindestens gut 19 Milliarden Dollar gebracht. Zusammen mit Scheingewinnen soll der Betrug sogar ein Volumen von mehr als 60 Milliarden Dollar haben. Der Schwindel war vor genau einem Jahr aufgeflogen.

Madoff wurde zur Höchststrafe von 150 Jahren verurteilt und hat inzwischen rund fünf Monate Gefängnis hinter sich.

Madoff, Häftling Nr. 61727-054, müsse wie andere Insassen des Butner-Gefängnisses um 6.00 Uhr morgens aufstehen und sich um 7.30 Uhr zur Arbeit melden. Die Häftlinge verdienten zwischen 12 US-Cent und 1,15 Dollar pro Stunde.

Der einstige Verwaltungsratsvorsitzende der Technologiebörse NASDAQ hatte vor wenigen Monaten noch in einem Luxus-Penthouse in Manhattan residiert, das jetzt zum Verkauf steht. Kürzlich wurden Luxus-Gegenstände, darunter teure Uhren, aus Madoffs Besitz versteigert. Der Erlös soll seine Betrugsopfer zum Teil entschädigen.

AP/oht