Arbeitsmarkt-Zahlen

Ost-Arbeitnehmer spüren nichts vom Aufschwung

Die guten Arbeitslosen-Zahlen vom Februar täuschen über fatale Entwicklungen hinweg: etwa die tiefen Unterschiede zwischen Ost und West.

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Vorfrühling auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist im Februar nicht gestiegen, wie sonst in diesem Monat üblich, sondern gesunken. Das zeigt, wie stark der Beschäftigungsaufbau in Deutschland derzeit ist. Die Wirtschaft brummt. Und in den nächsten Monaten wird sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt noch beschleunigen. Schon im Sommer wird die Zahl der Arbeitslosen wieder unter der Marke von drei Millionen liegen.

So weit, so gut. Doch der allgemein positive Trend überstrahlt die Schattenseiten des Arbeitsmarktes: Erschreckend ist immer noch die starke Diskrepanz zwischen Ost und West. In einigen Regionen im Süden herrscht quasi Vollbeschäftigung. Im Nordosten der Republik liegen die Arbeitslosenquoten auch mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch über 20 Prozent. Die Politik, so scheint es, hat sich stillschweigend damit abgefunden.

Und während auf der einen Seite die Firmen über Fachkräftemangel klagen, gelingt es auf der anderen Seite nicht, Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Trotz Hartz-IV-Reform, deren eigentliches Ziel es ja war, die Langzeitarbeitslosen wieder in Lohn und Brot zu bringen, geht die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger kaum zurück.

Die schwarz-gelbe Koalition sieht Deutschland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Doch der Weg dahin ist noch sehr weit und sehr mühselig. Beschäftigungsbarrieren für Geringqualifizierte müssen weiter abgebaut und der Fachkräftemangel bekämpft werden. Hier muss die Koalition jetzt liefern.