Modelabel

Wolfgang Joop holt sich sein Wunderkind zurück

Modedesigner Wolfgang Joop (66) gibt beim angeschlagenen Modelabel Wunderkind wieder den Ton an. Er hat die Anteile der Mehrheitsgesellschafter mit seinem Privatvermögen zurückgekauft.

Modemacher Wolfgang Joop rettet sein Label Wunderkind auf eigene Faust und übernimmt die Anteile der bisherigen Mehrheitsgesellschafter selbst. „Ich habe die 65 Prozent des Ehepaars Sander mit meinem Privatvermögen zurückgekauft“, sagte Joop am Freitag der „Financial Times Deutschland“. Damit hält der Designer wieder alle Anteile am Potsdamer Luxuslabel.

Das Geschäft soll am kommenden Montag offiziell verkündet werden. Einem Unternehmenssprecher zufolge sind die Verträge noch nicht unterschrieben. Joop hält ein Vorkaufsrecht an den Anteilen der Sanders. Als Preis für die Anteile kursierte in den vergangenen Wochen die Summe von 2,95 Millionen Euro. Dazu sagte Joop: „Ich habe nicht verhandelt, der gezahlte Preis ist also der genannte.“

Ebenfalls am Freitag teilte der Wäschehersteller Schiesser mit, nicht wie geplant mit Joop zusammenarbeiten zu wollen. Für eine Zusammenarbeit gebe es zu wenig Spielräume, da der Markenauftritt stehe und die Weiterentwicklung der Kollektionen so weit abgeschlossen sei.

Die Maßnahmen träfen im Handel auf „eine äußerst positive Resonanz“, sagte ein Schiesser-Sprecher. Es sei gelungen, die Stärken der Marke zu bewahren und ihr gleichzeitig „neuen Schwung zu verleihen“. Dieser Weg sei eine solide Grundlage für den geplanten Börsengang.

Das Traditionsunternehmen aus Radolfzell am Bodensee musste im Februar 2009 Insolvenz anmelden. Daraufhin wurde der Großteil der Lizenzverträge für Marken wie Puma, Tommy Hilfiger oder Levi's, mit denen Schiesser hohe Verluste eingefahren hatte, gekündigt. Die Eröffnung eines Outlet-Stores auf dem Firmengelände brachte das Unternehmen dann wieder in die schwarzen Zahlen. 400 der 2.300 Stellen fielen weg. Anfang dieses Jahres ließ der Wäschehersteller die Insolvenz offiziell hinter sich.