Verbraucher in Deutschland brauchen laut Regierung keine Angst vor verstrahltem Fisch auf ihrem Sushi zu haben. Nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück in Japan sei keine erhöhte Belastung von Lebensmitteln in Deutschland festgestellt worden, sagte der Sprecher des Bundesverbraucherministeriums, Holger Eichele. Auch werde derzeit so gut wie nichts aus Japan importiert. „Der Handel ist praktisch zum Erliegen gekommen“, sagte Eichele.
Deutschland importiere generell nur einen kleinen Teil seiner Lebensmittel aus Japan, erklärte der Sprecher. Von dort kämen hauptsächlich Soßen, Wein, Tee und Mate sowie Backwaren. Im Jahr 2010 lag Eichele zufolge der Warenwert der aus Japan importierten Agrargüter bei rund 33 Millionen Euro, „eine sehr niedrige Summe“. Denn Deutschland habe im Vorjahr Güter der Land- und Ernährungswirtschaft im Gesamtwert von 60 Milliarden Euro eingeführt. Auch Fisch aus Japan spiele bei den Importen kaum eine Rolle. 2010 sei man bei Fisch- und Fischzubereitungen – „ohne die teuren Zierfische“ – auf rund 60 Tonnen gekommen.
Insgesamt habe Deutschland im Vorjahr 913.000 Tonnen Fisch eingeführt. Eichele sagte, das Verbraucherschutzministerium beobachte die Lage nach dem Reaktorunglück in Japan weiterhin sehr aufmerksam. „Ein Frühwarnsystem ist eingerichtet“, ergänzte er. Die EU-Kommission habe den Mitgliedstaaten geraten, ab sofort die radioaktive Belastung von Lebens- und Futtermitteln zu untersuchen. Vor allem bei Fisch und Fischerzeugnissen solle die Strahlenbelastung überprüft werden, erklärte Eichele. Alle Untersuchungsergebnisse von Bund und Ländern würden zusammengeführt und ausgewertet.
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