Karstadt

Insolvenzverwalter empört über Borletti-Angebot

Deutliche Worte: Karstadts Insolvenzverwalter Görg hat das Kaufangebot von Investor Borletti als substanzlos bezeichnet.

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In ungewöhnlich scharfer Form hat Karstadts Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg das Kaufangebot des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti zerpflückt. Die „unverlangt zugesandten Papiere“ seien „ohne Substanz“, teilte die Insolvenzverwaltung mit. Görg schreibt in einem Brief an Borletti, seine Behauptung treffe nicht zu, nach der er einen unterschriftsreifen Kaufvertrag vorgelegt habe. „Die mir übermittelten Texte enthalten in ganz wesentlichen Teilen Hoffnungen und Lücken“, schreibt Görg.

Borletti, der einen 100 Millionen Euro-Kredit der amerikanischen Investmentgesellschaft Gordon Brothers für Karstadt ankündigte, verschweige die Bedingungen und Sicherheiten dieses Kredites. Es entstünden „erhebliche Kosten. So sollen 2011 von Karstadt 22 Millionen Euro dafür entrichtet werden und in den Folgejahren jeweils 16 Millionen Euro“, schreibt Görg. Auch Managementgebühren oder Beratungskosten würden nicht aufgeführt. Eine Borletti-Sprecherin hingegen wirft Görg vor, auf zwei Schreiben und acht Anrufe nicht reagiert zu haben, in denen diese Bedingungen erläutert werden sollten.

Der Verwalter hält Borletti zudem ein doppeltes Spiel bei der Bewertung der Umsätze der italienischen Warenhauskette La Rinascente vor, an der die Borletti-Group mit vier Prozent beteiligt ist: In seiner Selbstdarstellung rechne sich Borletti die Umsätze von La Rinascente zu, bei der kartellrechtlichen Bewertung jedoch nicht. Die Kapitalgeber, die am 2. September über Karstadt entscheiden, „müssen wissen, dass Borlettis Papiere nicht unterschriftsreif sind“, schreibt Görg. Die Borletti-Sprecherin erklärte: „Wir machen weiter. Herr Görg ist nicht derjenige, der über den Verkauf von Karstadt entscheidet.“