Mitten in der Schuldenkrise tritt Estland der Euro-Zone bei. Am 1. Januar führt das baltische Land den Euro ein und gibt seine Krone auf. Die Regierung in Tallinn hofft, durch den Euro weitere ausländische Investoren anzulocken und den Handel zu stärken. Zudem ist es für das 1,3 Millionen Einwohner zählende nordeuropäische Land ein weiterer Schritt in Richtung Westen - heraus aus der Umklammerung des mächtigen Nachbarn Russland.
Es ist das erste Mal, dass eine ehemalige Sowjet-Republik den Euro einführt. Estland ist der 17. Staat, der sich der Währungsunion anschließt. Die Nachbarländer Lettland und Litauen hoffen darauf, 2014 ihren Einstieg feiern zu können.
Zunächst wird aber am Freitag der Euro-Beitritt Estlands zelebriert. EU-Währungskommissar Olli Rehn sowie die Ministerpräsidenten der Nachbarländer Lettland und Litauen reisen in die Hauptstadt Tallinn. Estlands Ministerpräsident Andrus Ansip wird kurz nach Mitternacht zu den ersten gehören, die aus einem Geldautomaten Euro ziehen.
Estland ist 2009 brutal in die Rezession gerutscht. Um ein Mitglied der Euro-Zone zu werden, hat der Ostsee-Anrainer sein Haushaltsdefizit und seine Staatsverschuldung deutlich gesenkt. Von der Euro-Einführung erhofft sich das Land eine stärkere politische und ökonomische Stabilität und lässt sich auch von der Schuldenkrise nicht beeindrucken. „Mithin wird die Lösung der aktuellen Probleme den Euro nur stärker machen und Estland hat die Möglichkeit, sich gleich in den Prozess einzubringen“, sagte Präsident Toomas Ilves.
Ökonomisch spielt der Einstieg Estlands allerdings kaum eine Rolle. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes in der Größe von Niedersachsen steht für 0,2 Prozent der in der Euro-Zone aktuell erwirtschafteten 8,9 Billionen Euro.
Reuters/dma























