Nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr verdient der Automobilhersteller Daimler wieder glänzend. 2010 lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen bei 7,3 Milliarden Euro – nach einen Verlust im Vorjahr von 1,5 Mrd. Euro. „Vor zwölf Monaten habe ich an dieser Stelle versprochen: Wir kommen mit hohen Drehmoment aus der Krise.

Heute kann ich ihnen sagen: wir haben Wort gehalten“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Der Umsatz lag bei 97,8 Mrd. Euro. Besonders gut lief es im Pkw-Geschäft, bei Daimler Trucks, den schweren Lkw, legte das Unternehmen ebenfalls zu.

Einzig der Smart bleibt ein Sorgenkind. Der Absatz sankt 2010 um 17 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat würden der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,85 Euro pro Aktie vorschlagen, kündigte Zetsche an.

1,28 Mio. Pkw hat Mercedes Benz Cars 2010 ausgeliefert. „Das ist der zweithöchste Konzernabsatz unserer Geschichte“, sagte Zetsche. Damit es nicht in Vergessenheit gerät: 2009 ging die Automobilbranche durch ihre größte Krise seit Kriegsende, Daimler musste um seine Position als Premiumhersteller bangen.

Nun hat Daimler mit seinen Pkw 4,7 Mrd. Euro vor Steuern und Zinsen verdient, das entspricht einer Umsatzrendite von 8,7 Prozent. Bei Daimler Trucks stieg der Absatz um 37 Prozent zu auf gut 355.000 Einheiten. 1,3 Milliarden Euro hat Daimler mit der Trucksparte 2010 verdient.

Die Sparten Vans und Buses melden ebenfalls Zuwächse. „In Europa war fast jeder fünfte große Transporter, der 2010 verkauft wurde ein Sprinter. Nie war unser Marktanteil in der Europäischen Union höher“, sagte Zetsche.

Für 2011 gab Zetsche dem Konzern erneut ehrgeizige Ziele vor. „Wir wollen in den kommenden Jahren in allen Geschäftsfeldern kräftig zulegen.“ Bei den Mercedes-Pkw sollen 2015 rund 1,5 Mio. Einheiten verkauft werden.

Bei Daimler Trucks will Zetsche 2013 über eine halbe Million Lkw verkaufen. Die Sparte soll deutlich schneller wachsen, als der Gesamtmarkt. Daimler will in den kommenden Jahren weltweit zulegen. „Wir wollen aber nicht nur in den Schwellenländern, sondern auch in Europa, Nordamerika und Japan den Absatz signifikant steigern“, so Zetsche.

Für 2011 kündigte der Daimler-Chef einen „Modelloffensive“ an. Eines der Highlights sei der neue SLK, den es ab kommenden Monat gibt. Ab Oktober kommt der Supersportwagen SLS als Roadster, ebenfalls im Herbst kommt die neue M-Klasse auf den Markt.

Anleger reagierten enttäuscht auf die Geschäftszahlen. Die Aktie des Autobauers drehte ins Minus und war bis Mittag Verlierer im Dax. Zeitweise verlor die Daimler-Aktie mehr als vier Prozent. Vor allem die Umsatzrendigte enttäuschte die Anleger. Dass das Ergebnis über 7 Mrd. Euro liegen wird war nach mehreren Korrekturen der Prognose von Dieter Zetsche erwartet worden. Bei der Umsatzrendite hatten Analysten einen neun vor dem Komma gerechnet. Erzielt wurden 8,7 Prozent. Zum Vergleich: BMW kam in den ersten drei Quartalen 2010 auf 7,2 Prozent Umsatzrendite. Audi, das noch keine Jahreszahlen vorgelegt hat, hat sich für 2010 eine Umsatzrendite von über 8 Prozent vorgenommen.