Die Pkw-Nachfrage in der Europäischen Union hat im März dank der in mehreren Ländern gezahlten Abwrackprämie so stark zugelegt wie seit längerem nicht. Die Neuzulassungen seien im vergangenen Monat um 10,8 Prozent auf 1,64 Millionen Einheiten gestiegen, teilte der europäische Herstellerverband ACEA mit. Zu dem Zuwachs trug neben den staatlichen Verkaufsanreizen auch bei, dass der vergangene Monat einen Verkaufstag mehr hatte.

Unter den fünf größten Ländern schrumpfte der Pkw-Absatz nur in Deutschland (minus 26,6 Prozent), wo seit vergangenem Herbst keine Abwrackprämie mehr gezahlt wird. In anderen Ländern wie beispielsweise Frankreich wird die Prämie noch bezahlt, in Großbritannien lief sie im März aus.

Am stärksten legten die Neuanmeldungen in Spanien mit plus 63 Prozent zu, dort war der Pkw-Absatz vor einem Jahr allerdings auch besonders stark geschrumpft. Großbritannien wurde mit einem Zuwachs von knapp 27 Prozent größter EU-Markt. In Frankreich und Italien legte der Pkw-Absatz um 17,9 beziehungsweise 19,6 Prozent zu.

Am stärksten unter den großen Herstellern profitierten französische Autobauer wie Renault (plus ein Drittel) und PSA Peugeot Citroen (plus 20 Prozent), während der unter Qualitätsproblemen leidende japanische Hersteller Toyota 14 Prozent einbüßte. Stark gewann auch die Billigmarke Dacia von Renault hinzu, deren Verkäufe sich um 61 Prozent erhöhten. Markführer Volkswagen steigerte sich vergleichsweise moderat um 8,5 Prozent.

Während Oberklassehersteller wie BMW in den nächsten Monaten eine Geschäftsbelebung erwarten können, müssen sich Massenhersteller wie VW mit dem Auslaufen der Abwrackprämien auf schwierigere Zeiten einstellen.

Reuters/woz