Berufliche Zukunft

Axel Weber sagt, dass er nichts sagen will

Die Bundesbank hatte eine Erklärung Webers zu seiner beruflichen Zukunft angekündigt. Doch der Notenbankchef sagt, dass er zunächst mit Angela Merkel sprechen will.

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Das Rätsel um die berufliche Zukunft von Bundesbankpräsident Axel Weber bleibt weiter ungelöst. Weber sagte in Wien lediglich, er habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen und ihr zugesagt, dass er sich dazu zunächst nicht äußern werde. „Wir werden alle Entscheidungen, die notwendig sind, in enger Abstimmung treffen“, sagte der 53-Jährige. Weber hielt in der österreichischen Hauptstadt einen Vortrag bei der Deutschen Handelskammer über Geldpolitik.

Zuvor hatte es Meldungen gegeben, Weber wolle noch am Donnerstag für Klarheit sorgen. Am Vortag hatten Berichte über einen Wechsel des Notenbankers zur Deutschen Bank für Wirbel gesorgt. Hartnäckig halten sich Spekulationen, Weber könnte Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann werden, der im Mai 2013 ausscheidet.

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International sieht einen möglichen Wechsel Webers zur Deutschen Bank skeptisch. „Wenn man sich die Aufgaben der Bundesbank im Bereich der Bankenaufsicht ansieht, ist vermutlich davon auszugehen, dass man das nicht unproblematisch durchwinken kann“, sagte Transparency-Geschäftsführer Christian Humborg. „Der Bundesbankchef verfügt über genaue Kenntnisse der deutschen Kreditinstitute und damit über Wettbewerber der Deutschen Bank, daher wäre ein intensive Prüfung geboten.“

Man wolle allerdings noch kein endgültiges Urteil fällen, zumal es bislang noch keine offizielle Bestätigung eines Wechsels Webers gebe. Sollte es aber dazu kommen, setze sich Transparency wie beim Wechsel von der Politik in die Wirtschaft für eine Karenzzeit von drei Jahren ein, sofern es einen Zusammenhang zwischen alter und neuer Tätigkeit gebe.

Weber galt als Favorit für den Präsidentenposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB), steht nach Informationen aus Kreisen aber nicht mehr als Kandidat für das Spitzenamt zur Verfügung. Als dies am Mittwoch durchsickerte, kochten die Spekulationen über einen Wechsel zur Deutschen Bank hoch. Aus Webers Umfeld verlautete, dass der seit 2004 amtierende Bundesbankpräsident definitiv keine zweite Amtszeit bei der Notenbank anstrebe. Sein jetziger Vertrag läuft im April 2012 aus.