Der irische Billigflieger Ryanair streicht wegen der Luftverkehrsteuer den Flugplan für Deutschland zusammen. Am Hunsrück-Flughafen Hahn fallen neun Strecken weg, etwa 30 Prozent der Flüge pro Woche im Sommer. Berlin fliegt Ryanair von Hahn aus vom 10..Januar 2011 an nicht mehr an, wie Ryanair-Manager Michael Cawley in Frankfurt/Main sagte.
„Das sind die ersten Vorboten der ab nächstem Jahr geltenden Luftverkehrsteuer, die leider ein Verkehrsverhinderungsprogramm ist“, sagte Berlins Flughafensprecher Ralf Kunkel. Luftverkehrsexperten rechnen bereits damit, dass auch die beiden anderen innerdeutschen Ryanair-Strecken von Berlin nach Bremen und nach Weeze am Niederrhein aus dem Flugplan genommen werden.
Damit gingen den Berliner Flughäfen insgesamt 400.000 Passagiere und entsprechende Einahmen verloren. Das wären knapp zwei Prozent des derzeitigen Passagieraufkommens von 22 Millionen Fluggästen.
Bei Ryanair hieß es, ob die Strecken nach Bremen und Niederrhein ebenfalls aufgegeben werden, stehe noch nicht fest. Hier werde noch mit den Flughäfen verhandelt.
Billigflieger bald nicht mehr billig?
Ryanair macht die geplante Luftverkehrsteuer zu schaffen. Auf den innerdeutschen Strecken wird die Luftverkehrsteuer von acht Euro für die Kurzstrecke sowohl für den Hin- als auch den Rückflug erhoben. „Wenn auf unseren Durchschnittspreis von 16 Euro auf innerdeutschen Strecken noch einmal 16 Euro Steuer oben drauf kommen, ist das für unsere preissensiblen Kunden zuviel“, sagte Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt. Hinzu kommt, dass diese Strecken ohnehin nicht allzu gut ausgelastet sind.
Ryanair streicht von Hahn aus auch die internationalen Verbindungen nach Agadir, Breslau, Danzig, Göteborg, Klagenfurt, Santiago de Compostela, Sevilla und Prag. Sie fallen von April an weg.
Die Konkurrenten wollen vorerst den Markt weiter beobachten: Easyjet plant derzeit noch nicht, Strecken zu streichen. Auch Air Berlin will vorerst nur beobachten, ob und wie die Luftverkehrsteuer das Verhalten der Fluggäste verändert. Die Lufthansa-Tochter Germanwings sieht sich nach s grenznahen ausländischen Flughäfen um, von denen aus sie ohne Steuer starten könnte.
Für Berlins Flughafenchef Rainer Schwarz ist die Luftverkehrsabgabe kontraproduktiv. Er rechnet an den Berliner Flughäfen mit einem Rückgang von 800.000 bis einer Million Fluggästen im nächsten Jahr. Eine Studie der Intraplan Consult aus München im Auftrag des Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft geht bundesweit von sechs Millionen Passagieren aus, die wegen der Steuer nicht mehr fliegen werden.
Die Bundesregierung hatte die Steuer von bis zu 45 Euro pro Ticket im Zuge des Sparpakets beschlossen. Sie gilt bei Buchungen für Abflüge vom 1. Januar an.





