Nettoverdienst

Löhne steigen so stark wie seit 17 Jahren nicht

Die Arbeitnehmer profitieren vom deutschen Boom durch einen kräftigen Lohnanstieg. Doch Gewinne und Vermögen klettern noch schneller.

Der Aufschwung hat den deutschen Arbeitnehmern 2010 den kräftigsten Lohnzuwachs seit 17 Jahren beschert. Die monatlichen Nettoverdienste je Arbeitnehmer legten um durchschnittlich 3,4 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Das ist der höchste Zuwachs seit 1993“, sagte eine Statistikerin Reuters.

Die Bruttoverdienste erhöhten sich zwar nur um 2,2 Prozent, doch sorgten geringere Lohnsteuern für mehr Netto vom Brutto. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen – etwa aus Zinsen und Dividenden – stiegen allerdings um Vielfaches stärker. Sie erhöhten sich um 13,2 Prozent auf 641 Milliarden Euro und damit so stark wie seit 2004 nicht mehr.

Die Wirtschaftsleistung des Jahres 2010 sei von rund 40,5 Millionen Erwerbstätigen erbracht worden, erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler. "So viele Erwerbstätige gab es in Deutschland noch nie.“ Zu 2009 bedeutet die Zahl einen Zuwachs um 212.000 Personen oder 0,5 Prozent. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte legte mit einem Plus von 2,6 Prozent stärker zu als der Konsum, der in jeweiligen Preisen 2,4 Prozent stieg. Die Sparquote erhöhte sich von 11,1 auf 11,4 Prozent.