Deutschland kann nach Ansicht der Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin bereits Ende nächsten Jahres zur alten Wirtschaftsstärke zurückkehren. Damit sind die Berliner Forscher optimistischer als viele andere Experten, die erst für 2012 oder 2013 damit rechnen.
Das DIW rechnet für 2010 und 2011 mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils rund zwei Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im kommenden Jahr auf voraussichtlich mehr als vier Millionen steigen, geht aus der von dem Institut veröffentlichten Prognose zurück.
Nach Angaben des DIW wird demnach die Wachstumsrate der Wirtschaft bei 2,1 Prozent liegen. Es hob damit seine Prognose deutlich an. Mitte Oktober hatte das Institut für Deutschland lediglich mit einer Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts 2010 um 1,3 Prozent gerechnet. Der Trend werde sich im Jahr 2011 festigen. Die Experten sagen für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus. Gleichzeitig blieben die Preise mit einer Inflationsrate um ein Prozent weitgehend stabil.
Die schwere Wirtschaftskrise hält das DIW noch nicht für überwunden: „An den Folgen der Krise werden wir noch lange zu tragen haben“, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Erst gegen Ende 2011 werde Deutschland wieder die Wirtschaftskraft von Mitte 2008 unmittelbar vor den dramatischen Produktionseinbrüchen erreicht haben. Das entspreche rein rechnerisch mehr als drei Jahren mit Nullwachstum.
Nach Auffassung der DIW-Experten wird die Konjunktur in Deutschland vor allem von der Nachfrage im Inland gestützt. Für die Exporte sei zumindest für 2010 mit einer schwachen Entwicklung zu rechnen. Tatsächlich dürfte Deutschland nicht in gewohntem Maße von der Erholung des Welthandels profitieren - die Dynamik der Exporte werde bis Ende 2010 schwächer sein als die des Welthandels.
Grund dafür sei die Spezialisierung der deutschen Exporte auf Maschinen und andere Investitionsgüter, für die derzeit nur eine geringe Nachfrage besteht. Erst 2011 dürfte eine Normalisierung eintreten und die deutschen Ausfuhren wieder im Gleichklang mit dem Welthandel wachsen.
Die staatliche Neuverschuldung werde 2010 und 2011 insgesamt rund 240 Milliarden Euro betragen. Für weitere Steuersenkungen sieht das DIW keinen Spielraum. So würden die Einnahmen des Staates aus Steuern, Sozialbeiträgen und sonstigen Abgaben bis 2011 auch ohne weitere Steuersenkungen bis 2011 auf 42,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung sinken. Dies sei der niedrigste Wert seit 2001, teilte das Institut weiter mit.
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ddp/dpa/Reuters/dma





