Investoren sorgen auf dem deutschen Wohnungsmarkt für steigende Mieten. Der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, verwies auf „konkrete Ankündigungen“ beispielsweise des börsennotierten Immobilienunternehmens Gagfah. Mehrheitseigner von Gagfah ist die US-Beteiligungsgesellschaft Fortress. Das Unternehmen hat 180.000 Mieter in Deutschland.

Der Kapitaldruck sei bei diesen Investoren „ganz erheblich“, sagte Siebenkotten dem Sender Deutschlandradio Kultur. Vor allem US-Fonds hätten ihren Anlegern Renditen von „bis zu 20 Prozent“ versprochen. „Wenn Sie normal mit Immobilien in Deutschland Geld verdienen wollen und dabei keine besonderen Maßnahmen einleiten, dann können Sie damit etwa fünf bis sechs Prozent Rendite erzielen – übrigens auch nicht gerade schlecht“, so Siebenkotten.

Siebenkotten rechnet damit, dass sich Mieterhöhungen in bestimmten Gegenden „auf jeden Fall“ am Markt durchsetzen lassen werden: „Beispielsweise in den Ballungszentren wie München, Hamburg, Rhein-Main-Gebiet, Köln, Düsseldorf dürfte das überhaupt kein Problem sein.“

Allerdings sei der Wohnungsmarkt in Deutschland inzwischen „ausgesprochen differenziert“. In einigen Bereichen auf dem Land werde der Markt das „nicht so leicht“ hergeben, so Siebenkotten, „weil der Mieter da natürlich hingehen kann und sagen kann, ich gehe in eine andere Wohnung, denn es stehen mir ja genug in der Umgebung zur Verfügung.“

Mietern riet Siebenkotten, „genau zu schauen“. Auch in den Innenstädten gebe es Alternativen: „Sie müssen ja nicht unbedingt eine Wohnung bei einem anglo-amerikanischen Investor anmieten, es gibt ja auch noch andere Vermieter.“

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