Auch Lufthansa-Passagiere können künftig im größten Verkehrsflugzeug der Welt Platz nehmen: Heute erhielt die Fluggesellschaft ihren ersten Airbus A380, der ab dem 11. Juni den Liniendienst zwischen Frankfurt und Tokio aufnimmt. Um 11 Uhr übernahm Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber den Großraumjet in einer feierlichen Zeremonie im Auslieferungszentrum in Hamburg. "Ich freue mich sehr auf den A380 – und auch schon sehr lange", sagte Mayrhuber Morgenpost Online.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach Singapore Airlines hat nun auch Lufthansa ein Exemplar des doppelstöckigen Flugzeugs in ihrer Flotte. Ursprünglich sollte Lufthansa den ersten A380 schon 2007 erhalten. Der Superjumbo löst damit den Großraumjet Boeing 747-400 als Lufthansa-Flaggschiff ab.

Der A380 mit 16 Türen und 220 Kabinenfenstern hat einen Listenpreis von knapp 350 Millionen Dollar (280 Millionen Euro) und bietet auf zwei Etagen Platz für 526 Passagiere: im Oberdeck acht First-Class-Sitze, 98 Business-Class-Sitze sowie 420 Economy-Plätze im Unterdeck. Auf Extras bei der Ausstattung, die andere Airlines im A380 anbieten (Selbstbedienungsbars an Bord bei Qantas, Duschkabinen bei Emirates oder Doppelbetten bei Singapore Airlines), hat Lufthansa verzichtet.

Erwähnenswert allerdings ist die neue First Class. Hier erwartet die Premiumkunden ein Sitz, der sich zum 2,07 Meter langen Bett verstellen lässt. Die Matratzen ähnlichen Bettauflagen wurden in Zusammenarbeit mit Schlafforschern der Berliner Universitätsklinik Charité entwickelt. Eine Innovation sind die zwei Toiletten der First Class, die jeweils mit einem Urinal ausgestattet sind.

Die Maschine mit den imposanten Maßen von 73 Meter Länge, 80 Meter Spannbreite und 24 Meter Höhe trägt das amtliche Kennzeichen D-AIMA: Am Nachmittag, wenn der Riesen-Airbus nach seinem Überführungsflug vom Airbus-Werk in Hamburg auf seinem neuen Heimatflughafen in Frankfurt gelandet ist, tauft Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt, den A380 auf den Namen „Frankfurt am Main“. Der Airport ist der erste in Deutschland, auf dem ein A 380 stationiert wird.

Den ersten Langstreckeneinsatz soll die „Frankfurt am Main“ am 6. Juni absolvieren, um die deutsche Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika zu bringen. Der erste Linienflug führt nach Tokio: Ab dem 11. Juni startet das neue Lufthansa- Flaggschiff dreimal wöchentlich unter der Flugnummer LH710 von Frankfurt zum Tokioter Flughafen Narita.

Insgesamt vier A 380 will die Fluggesellschaft in diesem Jahr in Dienst stellen: Mit dem zweiten A380 soll die Verbindung Frankfurt – Tokio ab dem 4. August täglich geflogen werden. Ihren dritten A380 will Lufthansa ab dem 25. August dreimal pro Woche von Frankfurt nach Peking einsetzen. Mit dem Zugang des vierten A380 soll die Strecke ab Ende Oktober dann täglich bedient werden. Eine weitere A380-Verbindung ist nach Südafrika geplant: Ab dem 25. Oktober geht es dreimal wöchentlich von Frankfurt nach Johannesburg. Die A380-Flüge können ab sofort im Internet unter www.lufthansa.com gebucht werden.

Bevor Lufthansas erster A380 in die Ferne fliegt, wird das weltgrößte Passagierflugzeug auf Trainingsflügen – ohne Passagiere an Bord - innerhalb Deutschlands und Österreichs unterwegs sein. A380-Fans bekommen den Superjumbo mit etwas Glück an den Flughäfen Karlsruhe (31. Mai) und Leipzig (1. Juni) sowie beim Linientraining in Frankfurt, Stuttgart, Dresden, München, Zürich, Dresden, Linz (2. Juni) und Frankfurt, Berlin-Tegel, Hannover, Hamburg, Bremen, Düsseldorf und Köln/Bonn (3. Juni) zu sehen.

Bisher wurden 202 A380 von insgesamt 17 Fluggesellschaften bei Airbus bestellt, mit der heutigen Maschine wurde der 27. Riesen-Airbus ausgeliefert. Erstkunde Singapore Airlines hat derzeit zehn A380 im Einsatz, bei Emirates aus Dubai sind es acht. Hinzu kommen sechs Maschinen bei der australischen Qantas und zwei bei Air France. Unterwegs sind A380-Flugzeuge derzeit auf den Strecken London – Singapur (Singapore Airlines), London – Dubai (Emirates) und London – Sydney beziehungsweise Melbourne über Singapur (Qantas). In Paris setzen neben dem europäischen A380-Erstkunden Air France (nach New York und Johannesburg) auch Singapore Airlines (nach Singapur) und Emirates (nach Dubai) den A380 ein. In Zürich hat Singapore Airlines den Linienbetrieb nach Singapur mit einem A380 aufgenommen. Ab dem 1. September soll eine A380 von Emirates Manchester täglich mit Dubai verbinden.

Weitere Strecken außerhalb Europas: mit Singapore Airlines von Singapur nach Sydney, Melbourne, Hongkong und Tokio; mit Emirates von Dubai nach Toronto, Bangkok, Sydney, Seoul, Auckland in Neuseeland und Dschidda in Saudi-Arabien; mit Qantas von Sydney und Melbourne nach Los Angeles.

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