Die EU wird auf dem Weltfinanzgipfel Begrenzungen für Banker-Boni fordern, US-Präsident Obama hat ebenfalls angedroht, dass es vorbei sei mit den Exzessen an der Wall Street. Eine Einigung in Pittsburgh ist wahrscheinlich – leider nur bei einem Thema, das für viel Aufsehen sorgt, aber das Finanzsystem kaum stabiler macht.
Die exzessiven Boni der Finanzbranche sind eine Steilvorlage für Symbolpolitik: Das Thema ist klar umrissen, befeuert Emotionen und das Feindbild ist klar. Politikern ist kaum zu verdenken, dass sie sich im Kampf um die mediale Aufmerksamkeit darauf stürzen – zumal im Wahlkampf. Allerdings dürfen sie dabei nicht vergessen, um was es in Pittsburgh wirklich geht: Der Gipfel könnte eine der letzten Möglichkeiten sein, der Finanzindustrie neue Grenzen zu setzen. Brummt erst wieder die Konjunktur, könnte der politische Wille für neue Regeln schwinden.
Wie viel Geld dürfen Banken künftig verleihen? Wie können Banken so klein gehalten werden, dass ihr Kollaps nicht die Stabilität des Finanzsystems gefährdet? Wer soll den Instituten künftig schärfer auf die Finger schauen?
Die Antworten auf diese Fragen werden darüber entscheiden, wie stabil das internationale Finanzsystem sein wird, wenn diese Krise überwunden ist.
Die Bezahlung von Bankern am langfristigen Geschäftserfolg auszurichten ist ein wichtiger Baustein, aber kein entscheidender. Wenn Merkel und ihre Kollegen sich am kommenden Freitag nur auf Boni-Regeln einigen, dann wäre der Gipfel gescheitert.



