Beim Verkauf der Postbank soll nach Informationen des "Handelsblatts" noch im Sommer eine Vorentscheidung fallen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, will Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits im Sommer von Postchef Frank Appel erfahren, an wen die nach Kunden größte deutsche Privatkundenbank verkauft werden soll.
Die Regierung möchte den Verkauf auf jeden Fall noch in diesem Jahr abgewickelt sehen, berichtet das Blatt weiter. Bis Anfang des nächsten Jahres hat sie über ihre Beteiligung an der Post ein Vetorecht beim Verkauf der Postbank. Die Deutsche Post hält 50 Prozent plus eine Aktie an der börsennotierten Postbank.
Bis zu der Vorentscheidung sollen ausgewählte Interessenten Einblick in die Bücher erhalten und Angebote abgeben. Nach Informationen des "Handelsblatts" will die Post die Interessenten voraussichtlich noch vor Ende der kommenden Woche offiziell einladen, am Bieterprozess teilzunehmen und sich in einem eigens dafür eingerichteten Datenraum sensible Zahlen des Instituts anzusehen. Post und Postbank wollten dies laut dem Blatt nicht kommentieren.
Spekuliert wird über eine Dreierfusion von Postbank, Dresdner und Commerzbank. Finanzkreisen zufolge treten Commerzbank und Allianz gemeinsam als Interessenten für die Postbank auf. Ziel sei, einen weiteren "nationalen Champion" neben der Deutschen Bank zu schmieden.
Unter den Interessenten für die Postbank mit ihren knapp 15 Millionen Kunden sind den Kreisen zufolge aber auch ausländische Institute. Laut der Zeitung "Sunday Times" erwägt die britische Bank Lloyds TSB ein Gebot für die Postbank. Die Überlegungen seien in einem frühen Stadium.
AFP/Reuters/dma




