Die Deutsche Bahn verliert einen ihrer wichtigsten Kunden im deutschen Regionalverkehr. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp hat der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in Essen beschlossen, seinen Verkehrsvertrag mit der DB Regio NRW mit sofortiger Wirkung außerordentlich zu kündigen. Die Gründe dafür seien „grobe Vertragsverletzungen„ der DB Regio im Bereich der Sicherheits- und Serviceleistungen. Danach habe die Bahn vertraglich vereinbarte und bezahlte Streifen von Sicherheitspersonal in den Zügen nur zu einem geringen Teil erbracht. So habe DB Regio NRW zugesichert, nach 19 Uhr in 90 Prozent der Züge Sicherheitspersonal mitfahren zu lassen. Tatsächlich sei dies nur in 17 Prozent geschehen.
Die Verkehrs- und Sicherheitsleistungen sollen nun über Ausschreibungen neu vergeben werden. Für die täglich rund drei Millionen Kunden des VRR dürfte die Kündigung keine Nachteile haben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp will der VRR die Bahn per Verwaltungsakt, einer so genannten Auferlegung, dazu verpflichten, alle Nahverkehrsleistungen wie bisher zu erbringen.
Für die DB Region NRW steht mit der Auseinandersetzung ein Vertragsvolumen von etwa 400 Millionen Euro in Frage. Ein Sprecher hatte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur ddp betont, dass das Unternehmen „alle vertraglichen vereinbarten Leistungen“ erbringe. Erst am Mittwoch hatte die „Rheinische Post“ gemeldet, dass die DB Regio NRW (Jahresumsatz: rund 1,14 Milliarden Euro) ihren operativen Gewinn im Jahr 2007 um 30 Prozent von 65 auf 85 Millionen Euro gesteigert habe.
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