Die angeschlagene Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) braucht erneut eine massive Gelspritze - 40 Milliarden Euro an Staatsgarantien. Das der HRE gewährte Garantievolumen werde bis zum Jahresende um bis zu 40 Milliarden Euro erhöht, teilte der Bankenrettungsfonds Soffin in Frankfurt am Main mit. Nötig werden die neuen Garantien wegen massiver Liquiditätsprobleme. Mit dem Geld soll zudem der Start der geplanten „Bad Bank“ ermöglicht werden, in die der Bankkonzern seine Altlasten auslagern will. Hier drohen dem Vernehmen nach erhebliche Transaktionsrisiken.

20 Milliarden Euro der neuen Staatsgarantien sollen für das laufende Jahr genutzt werden. Weitere 20 Milliarden sind dazu gedacht, um kurzfristige mögliche Liquiditätsengpässe zu überbrücken, wenn das ein oder andere Wertpapier aus der Auslagerung in eine „Bad Bank“ nicht sofort vorhanden ist. Das Geld muss vorgehalten werden für drei Monate, aber nicht in jedem Fall genutzt werden. Hintergrund ist auch, dass die Papiere bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden.

Der inzwischen verstaatlichte Immobilienfinanzierer stand in der Finanzkrise mehrfach vor dem Aus. Mit Staatshilfen von mehr als 100 Milliarden Euro wurde das Institut am Leben gehalten. Im Zuge der Sanierung soll der Konzern von Altlasten befreit werden. Dazu sollen sogenannte "toxische Wertpapiere" - also Wertpapiere, die an Wert verloren haben und nicht verkaufbar sind - sowie nicht mehr benötigte Geschäftsteile in eine „Bad Bank“ ausgelagert werden. Diese "Giftmüllabfuhr" hat den Effekt, dass die Bank die Problempapier los wird und der Staat über den Bankenrettungsfonds die Garantien übernimmt. Das Ausfallrisiko notleidender Kredite und anderer risikobehafteter Vermögenswerte geht auf die Bad Bank über. Dadurch wird die Bilanz einer Krisen-Bank bereinigt, so dass sie auch kein Eigenkapital mehr dafür vorhalten muss.

Bei der HRE war zuletzt die Rede von auszulagernden Altlasten im Umfang von180 Milliarden bis 185 Milliarden Euro. Das wäre etwas weniger als die ursprünglich geplanten 210 Milliarden Euro. HRE-Chefin Manuela Better hatte erst kürzlich erklärt, nach Auslagerung der Milliarden-Altlasten würden 2011 „schwarze Zahlen“ angestrebt. Offenbar ist die Lage aber weit angespannter als erwartet.

Die auf Großprojekte spezialisierte HRE war im Herbst 2008 nur knapp vor der Pleite gerettet und mit Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro am Leben erhalten worden. Im vergangenen Jahr folgte die Verstaatlichung. Ihre milliardenschweren Altlasten will die Bank in eine Bad Bank ausgliedern und damit ihre Bilanz bereinigen. An diese unter dem Namen FMS Wertmanagement firmierende Bank sollen Vermögenswerte von bis zu 210 Milliarden Euro übertragen und die Bilanzsumme damit von 370 auf 160 Milliarden Euro verringert werden.

AFP/Reuters/dpa/dino