Die Staatsbank KfW hätte den Bankenstresstest der EU-Kommission nach eigenen Angaben problemlos bestanden. Das Förderinstitut, das nicht zur Gruppe der im Juli offiziell geprüften Banken gehörte, habe den Test freiwillig intern durchgerechnet, sagte Vorstandschef Ulrich Schröder Morgenpost Online. „Selbst im schlimmsten Szenario würde unsere Kernkapitalquote nur auf 8,8 Prozent sinken. Damit liegen wir sehr deutlich über der geforderten Mindestquote von sechs Prozent“, betonte Schröder.
Auch die Risiken bei Staatsanleihen, für die sich der Kapitalmarkt zuletzt besonders interessierte, sind nach seinen Angaben äußerst begrenzt: „Unser Bestand an Anleihen der besonders im Fokus stehenden Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien summiert sich auf weniger als eine Milliarde Euro“, sagte Schröder. In der Finanzkrise hatte die KfW durch die Schieflage ihrer damaligen Tochter IKB Milliardenverluste erlitten. Heute stehe die Staatsbank mit einer Kernkapitalquote von 10,3 Prozent „wieder recht solide da“, sagte Schröder. In den ersten sechs Monaten 2010 hatte die KfW mit einem Überschuss von knapp einer Milliarde Euro fast so viel verdient wie im ganzen Rekordjahr 2009. „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, werden wir eine neue Bestmarke aufstellen“, sagte Schröder Morgenpost Online ONLINE.
Dennoch warnte der Bankchef vor Euphorie. „Klar ist aber auch: Die Ertragsentwicklung im ersten Halbjahr und die gewaltigen Zuwächse im Fördervolumen können wir nicht fortschreiben“, sagte er. „Mit Blick auf die positive wirtschaftliche Entwicklung erwarte ich für 2011 ein rückläufiges Ergebnis.“ Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das für den Anstieg des inländischen Fördervolumens um 90 Prozent im ersten Halbjahr maßgeblich mitverantwortlich war, läuft zum Jahresende aus. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will allenfalls Teile der Förderung verlängern.
DW





