Die Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft hat sich im August unerwartet deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 90,5 Zähler von 87,4 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte.

Das ist bereits der fünfte Anstieg in Folge. Analysten hatten lediglich mit einem Anziehen des Barometers auf 88,9 Zähler gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser.

Allerdings ist die Konjunkturerholung in Deutschland nach Einschätzung des Ifo-Instituts noch nicht stabil. „Man kann noch nicht davon ausgehen, dass es nachhaltig ist“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Die Wirtschaft erhole sich nach ihrem tiefem Fall zwar stärker als zunächst prognostiziert. Das gehe aber primär auf die weltweiten Konjunkturprogramme zurück. „Unklar ist noch, ob es auch ohne diese Stützen geht.“

Analysten sehen aber gute Aussichten für eine weitere konjunkturelle Erholung: „Wir erwarten robuste Wachstumsraten im zweiten Halbjahr“, sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik war im Frühjahr zu Ende gegangen, nachdem die Wirtschaft zuvor vier Quartale in Folge geschrumpft war. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Konsum, Bauinvestitionen und Außenhandel schoben die Konjunktur wieder an.

Auch die Deutschen insgesamt glauben einer Umfrage zufolge zunehmend an ein Ende der Wirtschaftskrise. 39 Prozent der Befragten gingen derzeit davon aus, dass es mit der Wirtschaft wieder bergauf geht, berichtete das Magazin „Stern“. Ein Drittel rechnet demnach mit einer weiteren Talfahrt der Konjunktur. Noch vor einem Jahr erwarteten den Angaben zufolge fast zwei Drittel der Deutschen eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Nur zwölf Prozent seien damals der Meinung gewesen, dass es mit der Wirtschaft wieder nach oben geht.

Für die repräsentative wöchentliche Untersuchung wurden 2500 Menschen befragt.

dpa/Reuters/AFP/lw