Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht weiter gute Chancen für eine Loslösung von Opel aus dem Mutterkonzern General Motors. Die Bundesregierung habe „das ganz klare Interesse signalisiert bekommen - auch seitens der Management-Spitze - dass man gerade diesen Investorenprozess weiter vorantreiben will“, sagte zu Guttenberg im ZDF-“heute journal“.
Allerdings hält der Minister eine weitere Hängepartie und eine Entscheidung erst nach der Bundestagswahl für möglich: „Wenn es davor gelingen sollte, ist es gut - aber es muss substanziell sein“, erklärte der CSU-Politiker. Ein späteres Verhandlungsende wäre dank des Treuhandmodells aber auch möglich. „Aber wir wünschen uns natürlich, dass wir bald zu einem tragfähigen Ergebnis kommen.“
Auf die Frage nach einem möglichen Verbleib von Opel im GM-Konzern sagte der Minister: „Was wir derzeit von General Motors hören, ist, dass man weiterhin an einer Investorenlösung interessiert ist. Und dieser Investorenlösung geht die Bundesregierung auch nach.“ General Motors habe ein grundsätzliches Interesse, die Bindungen zu Opel zu behalten. Das Konzept des Bieters Magna unter anderem sehe dies aber auch vor.
Derzeit gehe es darum, dass sich ein „in Teilen sehr neu besetzter GM-Verwaltungsrat“ erst einmal mit den Details der Verhandlungen befassen müsse. „Die hatten teilweise offensichtlich noch nicht wirklich viel Ahnung von dem Verhandlungsstand und müssen sich jetzt auf den neusten Stand bringen lassen“, sagte zu Guttenberg. Dies sei ein normaler Vorgang. „Und der bringt uns auch in keine Bredouille, weil wir Verhandlungsspielraum - was die Zeit anbelangt - durchaus haben.“
Ein Verbleib von Opel im Mutterkonzern würde nach den Worten des Ministers für GM sehr teuer werden: In diesem Fall müsse „eine nicht unerhebliche Menge Geld auf den Tisch gelegt werden“. „Das sind Beträge, bei denen ich glaube, dass sich auch ein gerade aus dem Chapter 11 kommender Mutterkonzern nicht allzu leicht tun würde“.
AP/dma




