Bei den von zahlreichen Krankenkassen geplanten Zusatzbeiträgen entstehen vermutlich hohe Bürokratiekosten bei den Kassen. „Der Anteil der Verwaltungskosten bei einem Zusatzbeitrag von acht Euro wird bei etwa zwei Euro liegen. Das gilt für alle Krankenkassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. Grund sei der bürokratische Mehraufwand.
Die bisherigen Beiträge für die Krankenkassen werden von den Arbeitgebern direkt vom Lohn einbehalten und an die Kassen weiter geleitet. Zusatzbeiträge müssen die Kassen dagegen selbst einziehen. Dafür brauchen sie aber auch die Bankdaten von allen ihren Mitgliedern.
Kailuweit will nach eigenen Worten dem Verwaltungsrat einen Zusatzbeitrag von acht Euro empfehlen. Der Chef der KKH-Allianz zeigte sich zudem überzeugt, dass der Großteil der Kassen die Beiträge erheben wird. Angesichts des Milliardenlochs in der gesetzlichen Krankenversicherung würden zur Jahreswende 2011 „vielleicht noch fünf oder zehn Kassen von rund 160 ohne Zusatzbeitrag auskommen.“ Da zudem der Bundeszuschuss von 3,9 Milliarden Euro im kommenden Jahr wegfalle, würden dann die Zusatzbeiträge branchenweit steigen.
Der Krankenkassenchef sieht allerdings milliardenschwere Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen. Bei den drei größten Kostenblöcken Krankenhaus, Arzneimittel und der Versorgung durch niedergelassene Ärzte gebe es ein Sparpotenzial von bis zu zehn oder 15 Prozent, sagte Kailuweit. Das seien bis zu 24 Milliarden Euro.
Mehrere gesetzliche Krankenkassen hatten Zusatzbeiträge von zumeist acht Euro angekündigt, die die Versicherten zusätzlich zu ihrem Beitrag zahlen müssen. Die Krankenkassen können die Beiträge erheben, wenn sie mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen.
AFP/woz





