Beim Test einer neuen Abdichtvorrichtung ist es dem Ölkonzern BP gelungen, erstmals seit April den Ölfluss aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko zu stoppen. Die Abdichtkappe sei über dem Förderloch angebracht worden, woraufhin alle Ventile geschlossen worden seien, teilte der Konzern mit. Der Ölfluss ins Meer sei damit erstmals seit der Explosion der Förderplattform „Deepwater Horizon“ unterbrochen worden, mit der die bislang größte Ölpest in der US-Geschichte am 20. April begonnen hatte.
„Es ist schön zu sehen, dass kein Öl mehr in den Golf fließt“, sagte BP-Vizepräsident Kent Wells. Er warnte aber vor vorschneller Zuversicht: „Die Tests haben gerade erst begonnen.“ Die weiteren Tests sollten zeigen, ob das Bohrloch dem erhöhten Druck standhalten konnte, der durch einen Verschluss der Ölleitung durch einen Abdichtzylinder entstand.
Es besteht die Sorge, dass durch die Kraft des aus der Tiefe aufschießenden Öls neue Lecks in die defekte Fördervorrichtung in anderthalb Kilometer Meerestiefe gerissen werden könnten. Wegen dieser Befürchtung war der Start der Tests bereits zwei Mal verschoben worden.
Der Test mit dem Abdichtzylinder soll nach Angaben des britischen Konzerns zwischen 6 und 48 Stunden dauern. Die Experten setzten große Hoffnungen auf den Zylinder.
Doch selbst wenn der erneute Anlauf gelingt, wäre es nur eine vorübergehende Lösung. Vollständig verschließen sollen die Quelle Entlastungsbohrungen mehrere Kilometer unter dem Meeresboden. Damit wird aber frühestens Ende Juli oder Anfang August gerechnet.
dpa/AFP/dma



