Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner geht angesichts erwarteter Ernteausfälle von steigenden Nahrungsmittelpreisen aus. "Ich denke, in einigen Bereichen kann es durchaus zu Preissteigerungen kommen", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Nach den Worten Aigners sind die Getreideschäden in einigen Gebieten Deutschlands bereits extrem ausgeprägt. Besonders das Wetter im Frühling habe zur jetzigen Situation beigetragen: "Im Frühling war es lange nass und kalt. Oft sind die Wurzeln nicht tief genug heruntergewachsen, um später in Trockenphasen noch Wasser aufnehmen zu können." In der Folge verkümmere das Korn.

Im Berliner Umland überwiegen trockene, sandige Böden. Diese Gegend zähle zu den Regionen, die derzeit am stärksten betroffen sind. Aber auch auf bessere Böden, wie im Süden Niedersachsens oder im Rheinland, zeigte der Weizen deutliche Trockenschäden. "Die Entwicklung ist drastischer als in den vergangenen Jahren und kann sicherlich Auswirkungen auf den Markt haben", sagte die Ministerin.

Bei Getreideprodukten wie Brötchen lägen die Preissteigerungen aber höchstens im Centbereich, sagte Aigner. Um eine Kettenreaktion vorherzusagen, sei es noch zu früh. Denkbar sei aber, dass das Preisniveau auch für Grundnahrunsgmittel etwas steigt, "und damit vielleicht auch die Wertschätzung der Verbraucher für Lebensmittel".

dpa/sh