Der Anteil der Frauen unter den Führungskräften stagniert und weibliche Führungskräfte verdienen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Untersuchung des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

In der Privatwirtschaft ist der Anteil der Frauen unter den Führungskräften seit der Jahrtausendwende langsam aber kontinuierlich gestiegen; scheinbar ist dieser Aufholprozess aber gestoppt. Im Jahr 2008 waren 27 Prozent der Führungskräfte in den privaten Unternehmen Frauen, obwohl über die Hälfte der Angestellten Frauen sind.

Je höher die Ebene, desto weniger Frauen

Dieser Anteil hat sich seit 2006 nicht verändert – obwohl Politik und Wirtschaft erklärt haben, dass sie den Anteil der Frauen in der Führungsetage erhöhen wollen. Tatsächlich gilt aber: Je höher die Hierarchieebene, desto seltener sind Frauen dort vertreten. Am häufigsten arbeiten Frauen in Führungspositionen im unteren Management; dort sind sie mit 39 Prozent vertreten. In den Vorständen großer Unternehmen sind sie so gut wie gar nicht zu finden.

Männer in führenden Positionen verdienen außerdem mehr als ihre weiblichen Kollegen; im Jahr 2008 nahm ein Manager im Durchschnitt fast ein Drittel mehr mit nach Hause als eine weibliche Führungskraft. Frauen bekamen 2008 im Monat durchschnittlich 3410 Euro, während männliche Führungskräfte im Durchschnitt einen Verdienst von 4763 Euro hatten. Außerdem bekommen Frauen auch geringere Sondervergütungen wie Gewinnbeteiligungen oder Prämien und erhalten auch weniger oft nicht-monetäre Leistungen wie Firmenwagen oder Spesen.

Frauen arbeiten weniger im Büro aber mehr zu Hause

Studienleiterin Elke Holst glaubt, dass auch die Rahmenbedingungen der Führungspositionen für die anhaltenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen verantwortlich sind: „Die in Führungspositionen üblichen langen Wochenarbeitszeiten lassen sich mit Hausarbeit und Kindererziehung kaum in Einklang bringen.“ Männer in Führungspositionen arbeiten im Durchschnitt 48 Stunden pro Woche; Frauen 45 Stunden. Weibliche Führungskräfte leisten allerdings zusätzlich noch mehr Hausarbeit als ihre männlichen Kollegen.

„Unternehmen sollten sich dringend bemühen, den Frauenanteil im Management zu erhöhen“, sagt Ökonomin Holst. Durch den demographischen Wandel werde den Unternehmen ab 2015 und verstärkt ab 2025 gut ausgebildete Fachkräfte fehlen; dann könnte es sich rächen, dass die Unternehmen nicht frühzeitig Frauen gefördert haben, sagt Holst. „Die Unternehmen brauchen diese Frauen.“