Das Ifo-Institut in München hat seine Prognose für 2009 noch einmal gesenkt und erwartet nun einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland um 6,3 Prozent. Für 2010 rechnen die Experten mit einem Minus von 0,3 Prozent, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte.
Ende April 2009 hatte das ifo-Institut im Rahmen der Frühjahrsprognose noch ein Minus von sechs Prozent für 2009 vorhergesagt. Die Prognose der Münchner Forscher fällt minimal besser aus als die ebenfalls veröffentlichte Vorhersage des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Dessen Experten rechnen 2009 mit einem Minus von 6,4 Prozent.
Auch das RWI hat seine Prognose noch einmal deutlich gesenkt. Ende März hatten die Konjunkturexperten noch ein Minus von 4,3 Prozent vorhergesagt. Die Prognose fällt damit noch schlechter aus als die Vorhersagen der Bundesbank, die Anfang Juni mit einem Minus von 6,2 Prozent für dieses Jahr rechnete.
Die Abwärtsbewegung sieht das RWI dennoch gebremst. Im nächsten Jahr dürfte der Außenhandel wieder einen leicht positiven Beitrag liefern, erklärte das RWI. Insgesamt halten die Experten 2010 einen BIP-Anstieg von 0,2 Prozent für möglich. Hinweise auf einen beginnenden kräftigen Aufschwung gebe es allerdings nicht. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte die Vier-Millionen-Marke überschreiten und auch das Staatsdefizit weiter steigen.
Grund für die nochmalige Verschlechterung der Prognose für 2009 sei der extreme Einbruch des BIP im ersten Quartal. Es fiel gegenüber dem Vorquartal um 3,8 Prozent, erwartet hatten die Experten damals ein Minus von 2,3 Prozent.
Stark gesunken sind die Exporte und die Investitionen der Unternehmen. Relativ gut hielt sich dagegen bislang die Konsumnachfrage: Sie wurde laut RWI vor allem beim Pkw-Absatz durch die Abwrackprämie angekurbelt. Bei den Bauinvestitionen seien Impulse durch die staatlichen Konjunkturprogramme zu erwarten.
Bei den Ausrüstungsinvestitionen sei hingegen noch kein Ende des Rückgangs absehbar, auch wenn die Minusraten geringer werden dürften. Für das zweite Quartal 2009 erwarten die Experten einen Rückgang des BIP um knapp 1 Prozent.
AP/dpa/Reuters/PHJ/oht




