Das krisengeschüttelte Island hat seine bislang letzte noch unabhängige Großbank verstaatlicht. Straumur Burdaras sei das Geld ausgegangen, erklärte die Finanzaufsicht des Inselstaates am Montag. Damit geht das letzte größere Institut, das seit dem finanziellen Kollaps Islands im Oktober noch unabhängig war, in Staatsbesitz über. Die Banken des kleinen Landes waren in großem Umfang risikoreiche Geschäfte eingegangen. Zu den verstaatlichten Instituten zählt auch die Kaupthing-Bank, bei der auch viele Deutsche Geld angelegt haben.
Das Straumur-Führungsgremium wurde umgehend abgesetzt. Die Finanzaufsicht beauftragte einen eigens dafür eingesetzten Ausschuss damit, die Vorstandsaufgaben zu übernehmen. Straumur-Chef William Fall reichte seinen sofortigen Rücktritt ein. Im Februar zeigte er sich noch optimistisch, dass das Geldhaus in abgespeckter Form gute Überlebenschancen hätte. Laut Finanzaufsicht sind die Einlagen der Bank vollständig gesichert. Die Straumur-Aktien wurden vom Handel ausgesetzt.
Straumur fuhr im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust von 616 Millionen Euro ein. Die Aktie der Bank ging nach den Turbulenzen im Oktober auf Talfahrt und konnten sich seitdem nicht mehr erholen: Zuletzt notierten sie bei 1,71 Island-Kronen, nach einem Rekordhoch von 23,45 Kronen Mitte 2007.
Island stand zeitweise vor dem Staatsbankrott, wovor es nur durch internationale Hilfe bewahrt wurde. In der Folge brach die Regierungskoalition aus Unabhängigkeitspartei und Sozialdemokratischer Allianz auseinander.
.
AFP/Reuters/ras



